Straftaten

Zahl der Messerattacken steigt in Berlin weiter

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Die Hemmschwelle sinkt. Immer öfter benutzen auch Kinder ein Messer, um anderen zu drohen oder sie zu verletzen.

Die Zahl der Messerattacken ist weiter gestiegen. 2487 Fälle wurden im vergangenen Jahr registriert – das sind knapp 120 mehr als zwei Jahre zuvor.

Der Anstieg ist hauptsächlich auf Erwachsene zurückzuführen, die immer häufiger zum Messer greifen. Bei den Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) und Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) ist eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten: In diesen Altersgruppen sinkt die Zahl der Messerattacken kontinuierlich.

Auffällig ist jedoch, dass immer mehr Kinder Messer verwenden, um einem anderen zu drohen, ihn einzuschüchtern oder zu verletzen. Im vergangenen Jahr verübten 64 Kinder Straftaten mit Messern. Im Vorjahr waren es nur 51. Die Zahlen gehen aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Peter Trapp (CDU) hervor, die Morgenpost Online vorliegt. Bei der Senatsverwaltung für Inneres werden Messerattacken aus den Bereichen Rohheitsdelikte, Sexualdelikte und Straftaten gegen das Leben erfasst.

13-Jähriger bedroht Zivilbeamten

„Die Hemmschwelle ist bei den Kleinsten gesunken“, sagte Trapp. „Manchmal hat man das Gefühl, ein Messer ist ein Statussymbol.“ Der CDU-Politiker sieht Pädagogen in der Pflicht, auf die Entwicklung zu reagieren. Sie müssten den Kindern klarmachen, dass Messer keine Spielzeuge, sondern Waffen seien. Begeht ein Kind eine Straftat, bleibt das ohne rechtliche Konsequenzen.

Wer unter 14 Jahre alt ist, gilt nach dem Strafgesetzbuch als schuldunfähig. In den meisten Fällen fährt die Polizei das Kind nach Hause und führt ein Gespräch mit den Eltern. Die Beamten leiten zwar ein Ermittlungsverfahren ein, das von der Staatsanwaltschaft aber sofort wieder eingestellt wird. Außerdem wird das Jugendamt benachrichtigt.

Erst vor einer Woche bedrohte ein 13-Jähriger einen Zivilbeamten mit einem Butterfly-Messer. Der Beamte hatte den Jungen an einer Straßenbahnhaltestelle in Prenzlauer Berg angesprochen, weil er gegen eine Tram getreten hatte.

( ur )