Martin Delius

Geschäftsführer der Berliner Piraten zieht sich zurück

Der Abgeordnete will sich mehr der inhaltlichen Arbeit und einem möglichen Untersuchungsausschuss zur geplatzten BER-Eröffnung widmen.

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Der Parlamentarische Geschäftsführer der Piraten im Abgeordnetenhaus, Martin Delius, will sich nach der Sommerpause von seinem Amt zurückziehen.

Er wolle sich mehr um inhaltliche Arbeit und um den Untersuchungsausschuss zur geplatzten Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER kümmern, teilte Delius am Mittwoch beim Kurznachrichtendienst Twitter mit.

„Nach einem Jahr intensivster organisatorischer Arbeit, die ich als Parlamentarischer Geschäftsführer in der neu aufzubauenden Piratenfraktion hatte, möchte ich mich wieder stärker der inhaltlichen Arbeit widmen“, sagte Delius.

Mit Blick auf den nach der Sommerpause noch zu konstituierenden Untersuchungsausschuss sagte der 28-Jährige, er freue sich „auf eine neue, große und wichtige Aufgabe“. Es sei nun viel Arbeit, sich in die Materie einzuarbeiten, damit könne man nicht früh genug beginnen.

Delius ist bildungspolitischer Sprecher der Fraktion. Nach der Sommerpause könnte er die Leitung des neuen Ausschusses übernehmen – als erster Pirat in einem solchen Amt des Berliner Parlaments.

Einsicht in vertrauliche BER-Akten

Zuletzt hatte Delius gemeinsam mit seinem Fraktionskollegen Heiko Herberg für die Piraten Einsicht in die vertraulichen Akten des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft genommen. Nach der Akteneinsicht hatten sich Grüne und Piraten dafür ausgesprochen, den BER-Untersuchungsausschuss einzuberufen.

Die Leitung dieses Ausschusses wird ein Pirat übernehmen, so will es die Verteilungsregelung im Abgeordnetenhaus. Ob Delius oder der wirtschaftspolitische Sprecher Oliver Höfinghoff den Posten übernehmen, will die Fraktion nach der Sommerpause entscheiden.

Dann soll auch der Posten des Parlamentarischen Geschäftsführers neu besetzt werden. Dafür kandidieren will laut Twitter Haushaltspolitiker Herberg. Neben dem Personalwechsel könnte auch eine Neugestaltung der Fraktionsspitze anstehen.

Derzeit diskutiert die Fraktion bei einer Klausurtagung in Potsdam etwa, ob ihr Vorstand von fünf auf drei Personen – einen Geschäftsführer und eine Doppelspitze – reduziert werden könnte. So könnte mehr Entscheidungskraft direkt in die Fraktion gegeben werden, sagte Delius am Mittwoch.