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BER-Verzögerung – Platzeck hält nichts von Personalwechsel

| Lesedauer: 29 Minuten

TÜV-Probleme: Berlins Hauptstadtflughafen kann nicht wie geplant am 3. Juni eröffnen. Alle aktuellen Informationen dazu im Liveticker.

+++ 21:30 Uhr Liste aller Airlines

Wir haben eine Liste aller Fluglinien ab BER mit Kontaktinformationen zusammengestellt.

+++ 21:00 Uhr Platzeck will Flughafen-Mannschaft weiterarbeiten lassen

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hält trotz der verzögerten Eröffnung des Hauptstadtflughafens in Schönefeld nichts von einem Personalwechsel bei der Flughafengesellschaft. Es bringe jetzt nichts, die Mannschaft oder Teile davon auszutauschen, sagte Platzeck am Dienstagabend im RBB-Nachrichtenmagazin „Brandenburg aktuell“. Er beharrte aber darauf, dass der Airport wenigstens in diesem Sommer fertig werden müsse.

Auf Forderungen, er und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sollten den Aufsichtsrat der Gesellschaft verlassen, erwiderte Platzeck, sie hätten sich in ihren Ämtern auf das Urteil der Fachleute verlassen müssen. Und diese hätten bis zuletzt versichert, dass die geplante Eröffnung am 3. Juni zu halten sei.

+++ 18:00 Uhr Absage der Eröffnung ist für Brandenburgs Wirtschaftsminister herber Rückschlag

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sieht in der verschobenen Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg eine herben Rückschlag. „Aber die Sicherheit der Passagiere hat absolute Priorität“, betonte er am Dienstag. Die Flughafengesellschaft hatte als Grund für die Absage des Termins mangelnden Brandschutz angegeben. Man könne trotzdem davon ausgehen, dass der Flughafen nicht an Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region verlieren werde, betonte der Minister.

+++ 17:45 Air Berlin will keine Flughafen-Eröffnung in der Hochsaison

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat Bedenken gegen einen neuen Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen in der Sommersaison. Die Ferienzeit sei für sie das stärkste Geschäft, sagte Air-Berlin-Sprecher Uwe Berlinghoff am Dienstag der dapd. „Wenn in Berlin (am 3. August, Red.) die Sommerferien enden, heißt das nicht, dass für uns die Saison endet.“

Zum einen dauerten in anderen Ländern die Ferien länger. Zudem wollten viele Urlauber nach der Hochsaison reisen. Air Berlin habe deshalb bereits mit Verhandlungen mit der Flughafengesellschaft FBB aufgenommen. Bereits am Dienstag sei eine Arbeitsgruppe zur Umplanung gebildet worden.

„Um planen zu können, brauchen wir ein neues Eröffnungsdatum“, sagte Berlinghoff. Die FBB hatte zuvor die bisher für den 3. Juni geplante Eröffnung auf einen Zeitpunkt „nach dem Sommer“ verschoben, wie es Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) formulierte.

+++ 17:40 Uhr Platzeck: Weitere Verschiebung darf es nicht geben

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat mit Blick auf die verschobene Flughafeneröffnung umgehend Konsequenzen gefordert. „Eine weitere Verschiebung darf es nicht geben“, betonte er am Dienstag in einer Mitteilung. Die Flughafengesellschaft stehe bei den Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und dem Bund sowie bei den Menschen im Wort.

So müssten noch heute und in den nächsten Tagen mit den beteiligten Hauptauftragnehmern der einzelnen Gewerke Gespräche geführt werden, betonte er. Die Gesellschafter sollten bis auf weiteres wöchentlich über den Bauablauf unterrichtet werden.

Zudem müssten mit den Airlines schnellstmöglich Lösungen für die Übergangszeit besprochen werden. „Mein Ziel ist es, dass keine Airline ihr angestrebtes Wachstumsziel in Berlin Brandenburg zurückfahren muss“, betonte er. Noch in diesem Jahr verfüge die Hauptstadtregion über einen modernen Flughafen, sicherte er zu .

+++ 17:35 Uhr Verschiebung der Flughafen-Eröffnung kann teuer werden

Schon der Bau des neuen Flughafens im Süden Berlins verschlingt rund 2,5 Milliarden Euro. Die Verschiebung der Eröffnung wirft aber zusätzliche, möglicherweise millionenschwere Schadensersatzansprüche auf. Ein „Exerzierfeld für Juristen“ sieht der Fachanwalt Matthias Druba auf die Beteiligten zukommen, wenn es darum geht, wer am Ende zahlt.

„Umplanung, Stornierung, entgangener Gewinn“ nennt der Anwalt der bundesweit operierenden Sozietät FPS als Stichworte, um die sich im Anschluss an die Verschiebung Schadensersatzforderungen drehen könnten. Möbelpacker, deren Termine geblockt sind, Delikatessenläden, die Frischware geordert haben, sind einige Beispiele für kleine Summen, die von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) gefordert werden können. Große Summen kommen zustande, wenn Air Berlin oder Lufthansa beispielsweise ihre Flugpläne umstellen oder gar Tickets erstatten müssen, weil Flüge wegen Überlastung der bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld nicht in der gebuchten Menge abgewickelt werden können.

+++ 17:25 Uhr Wowereit gibt Regierungserklärung zum Flughafen ab

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will zur Absage des Eröffnungstermins für den Hauptstadtflughafen im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung abgeben. Wowereit werde zu dem Thema am Donnerstag in der Plenarsitzung ausführlich Stellung nehmen, sagte ein Senatssprecher am Dienstag. Die Opposition hatte den Regierungschef aufgefordert, das Parlament über Ursachen und Folgen der Entscheidung aufzuklären.

+++ 17:20 Uhr BVG sieht keine Probleme durch BER-Verzögerung

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rechnen durch die Verschiebung der Flughafeneröffnung nicht mit einem Nachteil für ihre Fahrgäste: „Wir können unseren Kunden versichern, dass wir den Fahrplan aufrechterhalten können“, sagte Sprecherin Petra Reetz. Zwar komme auf die Verkehrsgesellschaft ein „riesiger Organisationsaufwand“ zu, Tegel und Schönefeld könnten aber auch weiterhin wie gewohnt angefahren werden. Einige Vorbereitungen müssten lediglich verschoben, schon fertige Fahrplanauskünfte und Ähnliches dagegen aber geändert werden.

+++ 17:15 Uhr Brandenburger Grünen-Politiker fordert Rücktritt Wowereits und Platzecks

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag, Axel Vogel, forderte eine Ablösung der Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD), als Aufsichtsräte. Der Aufsichtsrat habe versagt. Wowereit und Platzeck müssten „Platz für neue Aufsichtsratsmitglieder machen, die ihren Kontrollpflichten sachgerecht nachkommen“. Die Verschiebung sei ein „Debakel“ für die Landesregierungen von Brandenburg und Berlin.

+++ 16:45 Uhr Mietverträge zum 3. Juni gekündigt – Bundespolizei muss umplanen

Die vorerst abgesagte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens hat die Bundespolizei kurzfristig vor Probleme gestellt. Die Mietverträge für die bisherigen Dienstgebäude an den Flughäfen Tegel und Schönefeld seien bereits zum ursprünglich geplanten Start am 3. Juni gekündigt gewesen, berichtete ein Bundespolizeisprecher am Dienstag. Das müsse nun rückgängig gemacht werden. „Wir müssen uns nun wieder komplett umstellen. Der ganze bisherige Umzugsplan ist dahin.“

Betroffen sind auch etliche Bundespolizeibeamte, die abbeordert waren und nun „zwischengeparkt“ werden müssen. Rund 750 Beschäftigte sollten Anfang Juni ihren Dienst am Airport antreten. Diese müssen nun bis auf weiteres weiter Dienst in Tegel und Schönefeld schieben. Seit Januar richtet sich die Bundespolizei auf ihre neue Dienststelle ein. Rund 220 Lastwagen sollten auf die Reise gehen. Ein Teil der Ausrüstung ist schon vor Ort oder auf dem Weg dorthin.

+++ 16:30 Uhr Flughafen-Besuchertage trotz geplatzter Eröffnung

Trotz der geplatzten Eröffnung sollen Besucher an diesem Wochenende den neuen Flughafen Berlin-Brandenburg erkunden können. „Wir wollen diesen Flughafen zeigen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag. An den Publikumstagen sollen auf dem neuen Gelände beispielsweise Flugzeuge und Schlepper vorgeführt werden. Eine Besichtigung des Terminals ist allerdings nicht vorgesehen.

+++ 16:20 Uhr "ProblemBER" und "Willy Brandtschutz" – Twitter-Nutzer lästern

Im Netz wird bei Twitter unter dem Stichwort #BERfail über die geplatzte Eröffnung gespottet. Wir haben einige Tweets zusammengestellt.

+++ 15:50 Uhr Senat beschließt neuen Flughafentarif für Taxifahrten

Ungeachtet des verschobenen Eröffnungstermins hat der Berliner Senat den Tarif für Taxifahrten vom neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld neu geregelt. Demnach gelte nun für Fahrten vom neuen Flughafen in die Stadt künftig der Tarif des Landkreises Dahme-Spreewald, in dem der neue Airport angesiedelt ist, wie die Berliner Senatskanzlei am Dienstag mitteilte. Für alle Fahrten von Berlin nach Schönefeld gelte umgekehrt der alte Berliner Tarif.

Dieser Kompromiss betrifft nach Senatsangaben 6.800 Taxifahrer aus Berlin und 400 aus Dahme-Spreewald. Die beiden Flughafentarife gelten zunächst für ein Jahr. In zwölf Monaten soll überprüft werden, ob es in Zukunft einen gemeinsamen Tarif für die Hauptstadt und den Landkreis geben kann.

+++ 15:45 Uhr IHK fordert Ablösung der Flughafengschäftsführung

Die Berliner Wirtschaft fordert wegen der verschobenen BER-Eröffnung personelle Konsequenzen in der Flughafengeschäftsführung. „Nach solchen Desastern stellt sich immer die Frage nach der Verantwortung“, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Eric Schweitzer, am Dienstag nach Angaben eines Sprechers. Es sei ein großer Ansehensschaden für den Wirtschaftsstandort und ein Schaden für die Unternehmen entstanden, die sich auf die Eröffnung eingerichtet hatten.

Schweitzer sagte, nach seiner Kenntnis hätten die Geschäftsführung den Aufsichtsrat über die Probleme am Flughafennneubau unzureichend informiert. Geschäftsführer des Gesellschaft im Besitz der Länder Berlin und Brandenburg und des Bundes sind Rainer Schwarz als Vorsitzender und Manfred Körtgen.

+++ 15:35 Uhr Für Brüderle ist Flughafen-Verzögerung eine „Blamage für Deutschland“

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat die verschobene Eröffnung des neuen Berliner Großflughafens als schweren Imageschaden kritisiert. „Für Deutschland, für die Bundeshauptstadt ist das eine peinliche Blamage“, sagte er am Dienstag.

Zum x-ten Mal sei der Termin verschoben worden, nun auf den Herbst. „Ich kann das nicht mehr nachvollziehen.“ Brüderle attackierte den Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Wowereit solle sich intensiver um seine Aufrichtsratspflichten bei dem Großprojekt kümmern.

+++ 15:30 Uhr Zahlreiche Anfragen verunsicherter Kunden bei Twitter

Bei Twitter häufen sich die Anfragen von Kunden an Fluggesellschaften wie Lufthansa und Air Berlin, die Informationen zu ihren gebuchten Flügen haben wollen. Bislang blieben diese dort unbeantwortet.

+++ 15:10 Uhr Berliner Piraten sprechen von "stümperhafter Planung"

Der verkehrspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Oliver Höfinghoff, hat die geplatzte Flughafen-Eröffnung als „Riesenpleite für den Berliner Senat“ bezeichnet. „Jetzt so zu tun, als sei eine Brandschutzverordnung vom Himmel gefallen, von der man vorher keine Kenntnis hatte, ist im höchsten Maße unglaubwürdig.“ Es sei „offensichtlich mehr schiefgelaufen“ als jetzt zugegeben werde, meinte der Berliner Piraten-Abgeordnete. Pünktlich zur touristischen Hochsaison in Berlin werde außerdem eine enorme Unsicherheit bei Reisenden und Gewerbetreibenden geschaffen.

+++ 15:05 Uhr Germanwings behält Flugplan nach Berlin bei

Die Verschiebung der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Berlin-Schönefeld wird keine Auswirkungen auf den Flugplan von Germanwings haben. Bis zur Eröffnung des neuen Berliner Großflughafens werde sie vom und zum bisherigen Flughafen Berlin-Schönefeld fliegen, teilte die Fluggesellschaft mit Sitz in Köln am Dienstag mit. Alle Flüge würden wie geplant stattfinden.

+++ 14.45 Uhr Verschobene Flughafeneröffnung kostet Air Berlin viel Geld

Die verschobene Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg wird für Air Berlin teuer. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft müsse nun umplanen, sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn am Dienstag. Dies stelle „alle Beteiligten vor gewaltige logistische Probleme, die außerdem erhebliche noch nicht kalkulierbare Mehrkosten verursachen werden“.

+++ 14.42 Uhr Flugsicherung von verschobener Eröffnung überrascht

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) ist von der verschobenen Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ überrascht worden. Die für die Koordinierung und Kontrolle der Flugrouten und Sicherheit der Flüge zuständige Gesellschaft sei erst am Dienstag darüber informiert worden, dass der geplante Termin am 3. Juni nicht gehalten werden kann, sagte DFS-Geschäftsführer Ralph Riedle dem Blatt.

„Wir müssen alle betroffenen Fluggesellschaften weltweit darüber informieren, dass sie ihre Abläufe ändern müssen“, sagte Riedle. Das sei für alle Beteiligten ein erheblicher Aufwand. Der Fall sei wegen der kurzfristigen Informationspolitik der Betreibergesellschaft sehr ungewöhnlich.

+++ 14.30 Uhr Ramsauer mahnt „absolut sicheren“ Flughafenbetrieb an

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Behebung aller Probleme am künftigen Hauptstadtflughafen angemahnt. „Es ist höchst bedauerlich, dass der Flughafen nicht pünktlich eröffnet“, sagte Ramsauer am Dienstag. Bevor die ersten Maschinen abheben, müssten aber alle bautechnischen Anforderungen erfüllt und ein reibungsloser und absolut sicherer Betrieb gewährleistet sein. Das sei für Fluggäste und Mitarbeiter ebenso wichtig wie für den Ruf des neuen Airports. „Berlin kann sich keinen Pannenflughafen leisten“, sagte Ramsauer.

+++14.16 Uhr Lufthansa sagt Berlin-Jungfernflug mit A 380 ab

Als Reaktion auf die verschobene Flughafeneröffnung in Berlin hat die Lufthansa ihren geplanten Jungfernflug mit dem Großflugzeug Airbus A 380 abgesagt. „Das kann am 3. Juni nicht stattfinden“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Dienstag in Köln. Das Unternehmen hatte das Großraumflugzeug mit dem Namen „Berlin“ einmalig auf den Flugplan gesetzt, um der großen Nachfrage nach dem Erstflug LH 171 nach Frankfurt von der neuen Berliner Südbahn nachzukommen. Mit 526 Sitzen kann eine A 380 mehr als doppelt so viele Passagiere transportieren als die sonst auf dieser Verbindung eingeplante A 321.

+++ 14.15 Uhr Reisenden steht keine Entschädigung zu

Fluggästen steht wegen der verschobenen Flughafeneröffnung in Berlin keine finanzielle Entschädigung zu. „Die Qualität des Flughafens ändert nichts an der Qualität des Fluges“, sagte Reiserechtler Paul Degott. Der Fluggast könne lediglich gegenüber der Airline oder dem Reiseveranstalter Kosten für höhere Anfahrtkosten geltend machen. Dazu rät Degott, entsprechende Unterlagen wie Taxibescheinigungen oder Kilometernachweise aufzubewahren.

Die Situation ändert sich laut Degott, wenn durch die verspätete Eröffnung Flüge ausfallen oder sich massiv verspäten. Dann hätten Fluggäste Ansprüche aus der EU-Fluggastverordnung.

+++ 14.10 Uhr Martin Lindner: BER-Projekt wie Currywurstbude behandelt

Auch auf den Fluren des Bundestages ist der Flughafen am Dienstag das große Thema, sagt Martin Lindner, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion und Berliner Landeschef der Liberalen. „Es lachen wieder einmal alle über Berlin, da kann man sich nur schämen“, so Lindner. Die kurzfristige Verschiebung der Eröffnung sei „skandalös“. „Das ist das Ergebnis einer jahrelangen Politik des Regierenden Bürgermeisters, der dem Großprojekt so viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, als handele es sich um den Bau einer Currywurstbude.“

Die Verantwortlichen für den immensen materiellen Schaden und nicht zuletzt den Imageschaden für die Region müssten benannt werden und sich bekennen, forderte Lindner. „So kurzfristig zu verschieben riecht doch nach Täuschung der Öffentlichkeit über den bisherigen Stand der Projekts.“ Das Thema werde auch in der Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag am Mittwoch eine Rolle spielen.

+++ 14.03 Uhr Luftfahrtbranche: Probleme am Flughafen schnell beheben

Die deutsche Luftfahrtbranche dringt darauf, dass die Probleme am Hauptstadtflughafen zügig behoben werden. Weder Passagiere noch die Fluggesellschaften sollten lange unter der Verzögerung leiden müssen, erklärte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus-Peter Siegloch, am Dienstag. Die Absage des Eröffnungstermins 3. Juni sei „natürlich ein unglücklicher Umstand“. Die Entscheidung sei aber zu respektieren. „Die Sicherheit der Passagiere geht immer vor.“

+++ 14.02 Uhr Gemeinde: Spätere Flughafeneröffnung schiebt Probleme nur auf

Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) sieht mit der verschobenen Flughafeneröffnung zunächst einmal eine Gnadenfrist für die Bewohner. „Uns erwartet ein Sommer ohne Fluglärm“, sagte Alexander Fröhlich, persönlicher Referent von Bürgermeister Ortwin Baier (SPD). Die Probleme seien nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. So sei der Schallschutz erst zu 10 Prozent realisiert. 365 Tage im Jahr drohe den Einwohnern Dauerlärm. Das sei nicht vertretbar. Die Deutsche Flugsicherung müsse Alternativen bei den Flugrouten finden.

Mitte April hatte die Gemeinde Klage gegen die Flugrouten beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Bis zur Klräung sollen Starts und Landungen nur über die Südbahn erfolgen dürfen. Auch die Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf sowie mehrere Privatpersonen klagen.

+++ 13.54 Uhr Lufthansa will neuen Flugplan ab Berlin ohne Abstriche fliegen

Die Lufthansa will ihren zum Sommer deutlich ausgeweiteten Flugplan ab Berlin auch ohne den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld erfüllen. „Die geplanten zusätzlichen Flüge sollen in jedem Falle starten“, erklärte ein Sprecher am Dienstag in Köln. Aktuell sei man in Gesprächen, um sich die zusätzlichen Start- und Landerechte in Tegel zu sichern.

Lufthansa-Chef Christoph Franz erklärte, dass es zunächst darum gehe, die Ansprüche der vielen tausend Kunden zu erfüllen, die bereits nach dem neuen Flugplan gebucht hätten. „Wir sind nicht Verursacher der Probleme, sondern Leidtragender.“

Lufthansa berichtete von Testläufen an dem neuen Flughafen in den vergangenen Wochen, die zahlreiche Probleme aufgezeigt hätten. Es bestehe noch an vielen Stellen Handlungsbedarf, erklärte das Unternehmen. Es sei für Lufthansa wichtig, dass an dem neuen Flughafen ein reibungsloser Flugverkehr gewährleistet wird.

„Ein Chaos wie London-Heathrow darf sich in Berlin nicht wiederholen“, sagte ein hochrangiger Lufthansa-Mitarbeiter. In London war es im Jahr 2008 nach Eröffnung des fünften Terminals zu etlichen Flugausfällen und Gepäckchaos gekommen.

Das Unternehmen bedauerte die Verschiebung. Mit dem neuen Eröffnungsdatum erwarte man nun eine verlässliche Planungsgrundlage, hieß es. Zu möglichen Schäden und Regressansprüchen äußerte sich das Unternehmen zunächst nicht.

+++ 13.49 Uhr Scharfe Kritik am Projektmanagement

Nach der überraschenden Verschiebung der Eröffnung des Hauptstadtflughafens hat der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), das Projektmanagement scharf kritisiert. „Das Projektmanagement der Flughafengesellschaft ist erstaunlich unprofessionell“, sagte Hofreiter dem Handelsblatt Online.

SPD-Fraktionsvize Florian Pronold übte ebenfalls Kritik. Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg seien offenbar vom Stopp der Inbetriebnahme überrascht worden. „Wenn Informationen so spät fließen, dann spricht das für eine Überforderung der Projektverantwortlichen“, sagte Pronold Handelsblatt online.

+++ 13.45 Uhr Bürgerinitiativen von verschobener Flughafeneröffnung nicht überrascht

Bürgerinitiativen gegen Fluglärm haben sich von der Verschiebung des Eröffnungstermins des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld nicht überrascht gezeigt. Die Vereinigung Spandauer Süden gegen Fluglärm warf den Flughafen-Verantwortlichen erneut „Inkompetenz bei Planung und Umsetzung“ vor.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses Berlin-Brandenburg, Matthias Schubert, nannte die Verschiebung „auf den ersten Blick erfreulich“. Allerdings seien die Probleme „Flugrouten-Betrug“, „Drehkreuz-Lüge“ und nächtlicher Fluglärm damit nicht gelöst

Erneut wurden Forderungen nach einer Verlegung des Standorts nach Sperenberg laut. Die Friedrichshagener Initiative sagte ihre für den 3. Juni vor dem neuen Zufahrtsbereich in Schönefeld geplante Menschenkette ab.

+++ 13.36 Uhr Wowereit erwartet, dass "geschubbert" wird

Einen dauerhaften Imageverlust für Berlin erwartet der Regierungschef nicht. Er erinnerte an den Flughafen London-Heathrow, wo es kurz nach Inbetriebnahme massive technische Mängel gegeben habe. Doch mittlerweile rede darüber kein Mensch mehr. Wenn doch ein Image-Schaden eintrete, sei dieser "nur temporär", zeigt sich Wowereit überzeugt. Die Flughafengesellschafter behielten sich Regressforderungen gegen die Verantwortlichen vor. "Ich erwarte, dass da drüben geschubbert wird", so der SPD-Politiker. "Wenn wir hier die modernste Technik einbauen wollen, dann erwarten wir, dass da entsprechend Kraft hineingelegt wird, dass das zu einem Referenzsystem wird. Ich erwarte, dass hier die modernste Technik verbaut wird. Wenn diese Risiken beinhaltet, müssen die von den Unternehmen beherrscht werden."

+++ 13.33 Uhr Flughafen für Grünen-Politikerin Künast eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen

Angesichts der Verschiebung beim neuen Berliner Großflughafen hat Grünen-Fraktionschefin Renate Künast die Planer scharf angegriffen. Von Anfang an sei der Flughafen eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen gewesen, wobei Pech davon die geringste Rolle gespielt habe, sagte sie in Berlin. Fehlplanung, zwischendurch Korruption und durchgängig Intransparenz kennzeichneten das Projekt. „Es ist schon ein Trauerspiel, dass das Großprojekt nicht so betrieben wurde, dass es dann pünktlich fertig wird.“

+++ 13.30 Uhr Wowereit fehlte Fantasie, sich Verschiebung vorstellen zu können

Berlins Regierender Bürgermeister sagt, noch bis zum Wochenende habe er "voller Überzeugung sagen können: Das schaffen wir!" Dass der Zeitplan des Projekts nun scheitert – angesichts großer Ingenieurbüros und namhafter Architekten - dafür habe seine Fantasie bislang nicht ausgereicht.

Der Flughafen werde trotz dieser Terminverschiebung eine Erfolgsgeschichte bleiben, so Wowereit.

+++ 13.25 Uhr Flughafenchef Schwarz entschuldigt sich

Die Verschiebung der Airport-Eröffnung sei eine bittere Enttäuschung, nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Flughafen-Mitarbeiter, sagt Flughafenchef Rainer Schwarz. "Ich kann mich auch wirklich nur entschuldigen."

Die komplette Logistikkette sei neu aufzusetzen. Viele Umzüge hätten bereits stattgefunden. Vor allem in der Verwaltung und bei Dienstleistern. Schwarz kündigte an, jetzt "sehr intensive Gespräche mit allen Dienstleistern" zu führen.


+++ 13.20 Uhr Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck

"Das war mehr als eine böse Überraschung", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). "Ich verhehle nicht, dass ich stocksauer bin, so eine Überraschung darf nicht kurz vorher passieren." Platzeck betonte, dass niemand Bedenken haben müsse, seinen Urlaubsflug nicht antreten zu können. "Da wird es wohl keine Einschränkungen geben. Es hilft nicht, den Kopf in den Sand zu stecken, es muss darum gehen, zügig und konzentriert in hoher Qualität zu arbeiten, dass wir spätestens in der zweiten Augusthälfte den Flughafen eröffnen können."

Platzeck sagte weiter, der Flughafen bleibe ein "wichtiger Impulsgeber" für die Region. Daran habe sich nichts geändert.


+++ 13.14 Uhr Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit

Klaus Wowereit sagte: "Das ist kein guter Tage für den Flughafen Berlin Brandenburg - und kein guter Tag für die Bürgerinnen und Bürger beider Länder und die Besucher unserer Region." Das Land Berlin habe als Gesellschafter der Flughafengesellschaft "alles unternommen, um den ambitionierten Eröffnungstermin sicherzustellen."

Wowereit sagte: "Wir haben reinen Gewissens sagen können: Ja, der Eröffnungstermin steht." Auch wenn "viel Skepsis im Raum" war. "Wir haben alles unternommen, um Baubeschleunigungen vorzunehmen. Wir haben im letzten Aufsichtsrat Maßnahmen beschlossen, um den Flugbetrieb zu erreichen." Dennoch gäbe es "Bereiche, die sich der Beschleunigung entziehen. Wenn es um die Sicherheit von Menschen geht, von Besuchern und Mitarbeitern des Flughafens. Dies ist eine bittere Erkenntnis, die wir zu akzeptieren haben."


Die Prüfungszeiten, die letztlich nicht erfüllt werden konnten, seien "notwendig". Und "deswegen haben wir keine Alternative zur Verschiebung zur Eröffnung gesehen", sagte Wowereit.


Wowereit weiter: "7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun alles dafür, dass dieser Flughafen in bester Kondition an den Start gehen kann. Die ackern hier rund um die Uhr. Die haben sich was anderes vorgestellt."


"Wir werden Aufklärungsarbeit zu leisten haben und erwarten von der Geschäftsleitung detaillierte Berichte, ob man das nicht vorher hätte erkennen können. Das ist ein wesentlicher Punkt, damit wir Lehren ziehen können. Aber dies ist keine Situation, in der wir in Hektik verfallen. Wir brauchen einen kühlen Kopf."


"Wir wollen so schnell wie möglich den Flughafen in Gang bringen. Das bedeutet auch, dass nicht einfach der Griffel fallen gelassen, sondern dass mit Nachdruck gearbeitet wird. Wir erwarten, dass so schnell wie möglich der Flughafen eröffnet wird. Im August erwarten wir das. Aber wir sagen den Termin nicht genau, weil das erst geprüft werden muss."


"Es kostet auch alles Geld. Wir haben ein großes Interesse daran, mit der Gesellschaft die Belastung so gering wie möglich zu halten. Das ist auch ein deutliches Signal an die Fluggäste. Keiner muss Angst haben, dass er seinen Urlaub nicht antreten kann. Das wird im bestehenden System geregelt. Wir werden wie geplant die Tage der offenen Tür durchführen, weil wir dieseen Flughafen zeigen wollen."

+++ 13.09 Uhr Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen

Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen, sagt, dass das Fluggastterminal betroffen ist: Dort habe man „wichtige Anlagen“, die im Brandfall zur Evakuierung und zur Schaffung „rauchfreier Zonen“. Die Anlagen sind installiert, funktionieren aber nicht „vernetzt“ – der Testbetrieb und die Funktionsprüfungen sind damit nicht machbar beziehungsweise können derzeit nicht mit den gewünschten Ergebnissen abgeschlossen werden. Man habe wiederholt versucht, die gesteckten Ziele zu erreichen – und am Montagabend habe bemerkt, dass das nicht bis zum 3. Juni zu machen sei.

+++ 13.05 Uhr - Flughafenchef Rainer Schwarz

Die Inbetriebnahme des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg in Schönefeld wird nun zu einem „Termin nach der Sommerpause“ angestrebt, so Flughafenchef Rainer Schwarz: „Wir waren nach Abschluss des Probebetriebs der Meinung, dass das Terminal funktionsfähig ist. Wir mussten nun feststellen, dass wir bei sicherheitstechnischen Anlagen nicht den Reifegrad erreicht haben, der eine Abnahme erlauben würde. Von daher ist klar, dass ohne abgenommene Brandschutzanlagen ein solches Terminal nicht in Betrieb gehen kann. Wir stoppen den Umzug. Der Flugverkehr wird über Schönefeld und Tegel abgewickelt werden.“

+++ 13.00 - Die Pressekonferenz beginnt

Auf dem Podium: Flughafenchef Rainer Schwarz, Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), Flughafen-Presssprecher Leif Erichsen.

Der neue Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld (BER) wird nicht wie geplant am 3. Juni eröffnet. Es gibt Probleme beim Brandschutz: Notwendige Anlagen sind noch nicht fertig, der Flughafen würde bis zum 3. Juni keine Abnahme des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) bekommen: „Es kann also keine Abnahme vom TÜV geben. Sie sind noch nicht so weit“, sagte Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD): "Es gibt keine abnahmefähigen Unterlagen.“

Nun, so Woidke, sei "unklar, wann der Flughafen eröffnet wird, ob im August, ob im September. Die Sicherheit geht vor."

Ursprünglich war für den Dienstag eine gemeinsame Pressekonferenz von Berliner Senat und Brandenburger Landesregierung geplant. Doch der Termin wurde kurzfristig abgesagt. Anscheinend wurden die Landesregierungen der beiden Bundesländer von der Verschiebung überrascht. In einer gemeinsamen Erklärung des Sprechers der Landesregierung Brandenburg, Thomas Braune, und des Sprechers des Senats von Berlin, Richard Meng, heißt es, man habe sich "umgehend" entschlossen, die Gespräche statt in Potsdam auf dem Flughafengelände fortzusetzen - aufgrund von "Informationen des Sprechers der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen in der heutigen gemeinsamen Kabinettssitzung".

Berliner Flüge werden vorerst weiterhin über die Airports in Tegel und Schönefeld abgewickelt, teilten Branchenkreise Morgenpost Online mit. Unklar ist bislang, wie mit neuen Verbindungen ab BER umgegangen wird.

Noch vor zwei Wochen, am 24. April, hatte Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen gesagt, die Genehmigungen auch für den Brandschutz seien auf dem Weg. Schon damals gab es Berichte, die Belüftungsanlage für den Brandfall im Terminal funktioniere nicht ordnungsgemäß.

Dies ist nun bereits die zweite Verschiebung der Flughafen-Eröffnung in Schönefeld. Ursprünglich sollte der neue Hauptstadtflughafen im November 2011 in Betrieb gehen.

Alle Informationen rund um den neuen Hauptstadtflughafen BER im Special von Morgenpost Online

( BMO )