Innensenator

Henkel muss 1. Mai-Krawalle vor Jüdischem Museum erklären

Die Grünen wollen Frank Henkel im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses zur Rede stellen, warum die Lage am 1. Mai dort eskalierte.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) wird die Krawalle vor dem Jüdischen Museum am 1. Mai erklären müssen. Die Grünen wollen den CDU-Politiker am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses zur Rede stellen, warum die Lage ausgerechnet dort eskalierte.

„Innensenator Henkel muss sich fragen lassen, ob die Einsatzstrategie hier die richtige war, und ob die hässlichen Bilder nicht hätten vermieden werden können“, sagte der Grünen-Politiker Benedikt Lux am Freitag.

Bei der „Revolutionären 1. Mai-Demo“ war es gegen 21 Uhr zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Steine, Flaschen und Böller flogen. Beamte stoppten die Zugspitze, während Demonstranten weiter auf die Kreuzung an der Lindenstraße/ Ecke Markgrafenstraße strömten. Die Lage eskalierte. Müllcontainer brannten, ein Wachhäuschen vor dem Museum wurde beschädigt.

Die Polizei löste den Zug mit 10.000 Teilnehmern schließlich auf. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass es an dieser Stelle zu Gewalt kommen würde“, so Polizei-Vizechefin Margarete Koppers. Zuvor war der Zug am Verlagsgebäude Axel Springer vorbeigezogen.

In der Walpurgisnacht und am Mai-Feiertag erlitten insgesamt 124 Polizisten Verletzungen, 123 Störer wurden festgenommen. Damit waren die krawallträchtigen Tage in der Hauptstadt so friedlich wie seit Jahren nicht mehr. Mehr als 7000 Polizisten waren im Einsatz.