Neukölln

Berliner Sehitlik-Moschee bittet Senat um Wachschutz

Nach dem Fund von zwei Tierköpfen vor der Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln bittet der Gemeindevorstand Senat und Polizei um Hilfe.

Foto: Steffen Pletl

Der Vorstand der Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln fordert mehr Sicherheit und bittet Berliner Senat und Polizei um einen Wachschutz. Hintergrund sind Drohungen und eine aktuelle islamfeindliche Aktion.

So hatten Unbekannte am Sonnabend zwei abgetrennte Schweineköpfe vor der Moschee abgelegt. Am Sonntag suchte die Polizei weiter nach dem oder den Tätern. Der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, Ender Cetin, sagte der „Berliner Zeitung“: „Wir brauchen einen Wachschutz.“ Seine Gemeinde könne diesen nicht finanzieren.

Ein Mann hatte am frühen Sonnabendmorgen die Tier-Teile im Eingangsbereich des Gebäudes am Columbiadamm entdeckt. Die Hintergründe der Tat seien unklar, eine politische Motivation werde geprüft, erklärte die Polizei. „Wir empfinden diese Attacke als große Beleidigung. Wir sind in großer Sorge“, sagte Cetin der Zeitung.

Ein Gemeindemitglied der betroffenen Sehitlik-Moschee hatte sich nach dem Vorfall bestürzt gezeigt. „Das wird immer bedrohlicher“, sagte die Frau, die namentlich nicht genannt werden wollte. „Als Moschee haben wir das Gefühl, dass man nicht erwünscht ist.“

Die Sehitlik-Moschee war in der Vergangenheit schon mehrmals Opfer von Anschlägen. Unbekannte hatten das größte islamische Gotteshaus in Berlin Anfang April 2012 mit Farbbeuteln beworfen. Auch ein rechtsextremistischer Drohbrief ging in der Moschee ein.