Neukölln

Schweineköpfe vor größte Berliner Moschee gelegt

Im Eingangsbereich der Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln sind abgetrennte Tierköpfe gefunden worden. Die Polizei ermittelt.

Foto: Steffen Pletl

Zwei abgetrennte Schweineköpfe sind in den Eingangsbereich einer Neuköllner Moschee gelegt worden. Ein Mann, der das Gebäude am Columbiadamm gegen 4.15 Uhr in der Nacht zu Sonnabend betreten wollte, entdeckte die Tierköpfe, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Moschee war in der Vergangenheit bereits mit Farbbeuteln beworfen worden, zudem waren den Vorstandsmitgliedern Drohbriefe zugeschickt worden. In den Schreiben wurden Ausländer unter Gewaltandrohung zur Ausreise aufgefordert.

Die Täter des jetzigen Vorfalls sind der Polizeisprecherin zufolge bislang unbekannt. Auch die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Ein Fachkommissariat beim Landeskriminalamt prüfe, ob es sich um eine politisch motivierte Tat gehandelt habe.

Ein Gemeindemitglied der betroffenen Sehitlik-Moschee zeigte sich bestürzt. „Das wird immer bedrohlicher“, sagte die Frau, die namentlich nicht genannt werden wollte. „Als Moschee haben wir das Gefühl, dass man nicht erwünscht ist.“ Auf Bildern habe sie den Fund gesehen – die Tierköpfe hätten in einer Blutlache gelegen. Die Polizei wollte sich auf Anfrage aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Hinweise, die auf einen Zusammenhang mit einer Schießerei in Neukölln mit einem Toten Anfang April schließen lassen, gebe es derzeit nicht, sagte die Polizeisprecherin. Dennoch würde der Staatsschutz in sämtliche Richtungen ermitteln.

Ein Unbekannter hatte nahe dem Krankenhaus Neukölln auf eine fünfköpfige Gruppe geschossen – dabei war ein 22-Jähriger mit türkischen Wurzeln getötet worden. Das Opfer wurde inzwischen auf dem islamischen Friedhof der Sehitlik-Moschee beigesetzt. Am Sonnabend wurde in Neukölln mit einem Marsch an den Erschossenen erinnert.