Genossenschaft

Berliner wollen Hauptstadt-Stromnetz kaufen

Die Verträge zwischen Berlin und Vattenfall laufen Ende 2014 aus. Bürger wollen nun der Stadt das Stromnetz abkaufen.

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Das Berliner Stromnetz in Bürgerhand – mit diesem Ziel sammelt eine neu gegründete Genossenschaft in der Hauptstadt Geld, um Vattenfall das Netz abzukaufen. Die Konzession des Energieunternehmens läuft Ende 2014 ab. „Wenn die Energiewende gelingen soll, braucht es echte Bürgerbeteiligung“, teilte Luise Neumann-Cosel, Vorstand der Genossenschaft BürgerEnergie Berlin (BEB), am Mittwoch mit. Die Gewinne aus dem Netzbetrieb sollen in Berlin investiert werden und nicht abfließen.

Nach eigenen Angaben hat die Initiative schon eine Million Euro gesammelt. Vattenfall bezifferte den Wert des Stromnetzes am Mittwoch auf zwei bis drei Milliarden Euro.

„Wir verbinden mit unserem Netzkauf die Idee der Gemeingüter in Bürgerhand mit dem Engagement für die Energiewende und nachhaltiger Geldanlage“, sagte BEB-Aufsichtsrat Lukas Beckmann. Unterstützt wird die Genossenschaft von der Deutschen Umwelthilfe.

Vorbild sind die als „Stromrebellen“ bekanntgewordenen südbadischen Elektrizitätswerke Schönau (EWS). Sie gehören mehreren hundert Bürgern und haben bundesweit 115 000 Kunden. Der heutige EWS-Vorstand Michael Sladek hatte 1997 mit seiner Frau einem etablierten Energiekonzern das Stromnetz von Schönau im Schwarzwald abgejagt. Sladek sitzt im Aufsichtsrat der BürgerEnergie Berlin.