Flughafen

Politiker fordert Neustart für Nachnutzung in Tegel

In der Diskussion über die Zukunft des Flughafens Tegel wird ein rigoroser Neuanfang gefordert. Investoren sollen aktiv angeworben wedren, um den geplantgen technologiepark zu realisieren.

Foto: Massimo Rodari

In der Diskussion über die Zukunft des Flughafens Tegel hat nun der erste Koalitionspolitiker einen rigorosen Neuanfang gefordert. Der Reinickendorfer CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen legte einen Acht-Punkte-Plan vor. Darin forderte er unter anderem, die bisherigen Projektentwickler von ihrer Aufgabe zu entbinden und die Geschäftsführerposition international auszuschreiben.

Zurzeit wird die Planung für Tegel von den für Adlershof zuständigen Entwicklern um den Wista-Chef Hardy Rudolf Schmitz verantwortet. Zeelen sieht darin eine Interessenkollision. „Die Projektgruppe muss personell von Adlershof getrennt werden, sonst entsteht eine natürliche Konkurrenz bei der Vermarktung zwischen beiden Flächen“, so Zeelen.

Für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) liegen die Prioritäten ausdrücklich beim neuen Flughafen in Schönefeld und in Adlershof. Das sei das Gebiet, wo es um Ansiedlungen gehe, so Wowereit. Bei der Entwicklung von Tegel dränge hingegen nicht die Zeit, so Wowereit bei der Pressekonferenz zu 100-Tage Rot-Schwarz. Der Senat plant in Tegel ein Zentrum für urbane Technologien. Allerdings ist es offenbar schwer, Investoren zu finden. „Ich kann mir auch keine aus den Rippen schneiden“, so Wowereit.

In dieser Frage will Zeelen aktiver vorgehen. Die Projektgruppe müsse zum Standort Tegel ziehen, um dort direkt Investoren empfangen zu können. Zudem solle gezielt bei den Berliner Industrieunternehmen nachgefragt werden, ob es Unternehmen gibt, die Platzmangel haben und nach Tegel umsiedeln könnten, so der CDU-Politiker. Er forderte auch den Umzug der Beuth-Hochschule als Signal für den Neuanfang in Tegel.

Wie vernachlässigt bisher die Werbung für Tegel läuft, beschreibt eine Anekdote: Als Zeelen vor einiger Zeit auf der Homepage ( www.tegel-projekt.de ) war, stellte er nicht nur mangelnde Informationen fest. Bis vor Kurzem war die Lage des „Zukunftsorts Tegel“ noch mit „im Berliner Südwesten“ beschrieben. Zumindest das hat man in „Nordwesten“ geändert.