Trotz gestoppten Lotsenstreiks

Streik in Frankfurt stört Berlins Flugverkehr

Obwohl die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) die für Mittwochmorgen geplante Ausweitung der Streiks am Frankfurter Flughafen abgesagt hat, kommt es zu erheblichen Einschränkungen. Und das nicht nur am Main, sondern auch in der Hauptstadt.

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Der Streik am Frankfurter Flughafen stört auch am Mittwoch den Flugverkehr in Berlin-Tegel. Nach Angaben des Flughafens sind 16 Flüge von und nach Frankfurt gestrichen. Das entspreche den Beeinträchtigungen der vergangenen Tage. Der Streik der Vorfeldmitarbeiter soll bis Donnerstag 5.00 Uhr dauern. Einen Solidarstreik der Fluglotsen hatte das Arbeitsgericht Frankfurt am Dienstagabend gestoppt.

An den Airports in Berlin und Brandenburg könnte es in den kommenden Tagen ebenfalls zu Arbeitsniederlegungen kommen . Flugreisende müssen damit rechnen, dass Verdi in den nächsten Tagen einen spontanen Warnstreik an den Flughäfen Tegel und Schönefeld ausruft. Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt mit dem Flughafendienstleister Globeground. Verdi will allerdings nur sehr kurzfristig über den Beginn von Warnstreiks informieren.

Gewerkschaft sagt Ausweitung der Flughafenstreiks in Frankfurt ab

Die für Mittwochmorgen geplante Ausweitung der Streiks am Frankfurter Flughafen ist vom Tisch. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) kündigte am Dienstagabend nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main an, den Solidaritätsstreik der Fluglotsen am Mittwoch von 05.00 bis 11.00 Uhr abzusagen. Zuvor hatte das Arbeitsgericht einem entsprechenden Antrag des Flughafenbetreibers Fraport zugestimmt.

Fraport hatte gemeinsam mit der Lufthansa und der Deutschen Flugsicherung (DFS) beim Frankfurter Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen die geplante Ausweitung des Streiks am Mittwochmorgen beantragt. Diesem Antrag gegen die GdF hatte das Gericht am Dienstagabend in einer Eilverhandlung stattgegeben . Damit war der geplante Solidaritätsstreik der Fluglotsen untersagt.

Die GdF bestreikt seit Tagen Deutschlands größten Flughafen in Frankfurt am Main. Auslöser des Arbeitskampfes ist der festgefahrene Tarifkonflikt um die Bezahlung und Arbeitszeiten von 200 Beschäftigten auf dem Vorfeld des Airports. Die Mitarbeiter in Vorfeldkontrolle, Vorfeldaufsicht und Verkehrszentrale nehmen auf dem Flughafen eine zentrale Stellung ein, weil sie unter anderem Flugzeuge von den Landebahnen zu ihren Parkpositionen lotsen.

Am Dienstagmorgen hatte die GdF angekündigt, die laufenden Streiks am Frankfurter Flughafen massiv ausweiten zu wollen, um Druck auf den Flughafenbetreiber Fraport zu machen. Dazu hatte die Gewerkschaft neben den seit Tagen streikenden Vorfeldmitarbeitern auch die Fluglotsen am Airport aufgerufen, am Mittwochmorgen vorübergehend die Arbeit niederzulegen.

Arbeitsrichter Matthias Kreutzberg-Kowalczyk begründete die Entscheidung des Gerichts, die Ausweitung der Streiks zu verbieten, damit, dass diese unverhältnismäßig gewesen wäre. Hätten neben dem Vorfeldpersonal am Mittwoch auch die Fluglotsen gestreikt, wären rund 500 Flüge von und nach Frankfurt ausgefallen. Damit hätte der vorübergehende Solidaritätsstreik der Fluglotsen das Gewicht eines Hauptstreiks bekommen. Er wäre damit in seinem Charakter nicht mehr unterstützend gewesen, was aber für die Zulässigkeit eines Solidaritätsstreiks ausschlaggebend wäre.

Zuvor hatte der Richter Fraport und der GdF vorgeschlagen, neue Gespräche aufzunehmen, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Hier kamen die Streitparteien jedoch nicht überein.

GdF-Anwalt David Schäfer betonte, dass trotz des untersagten Solidaritätsstreiks der Fluglotsen das Vorfeldpersonal am Frankfurter Flughafen weiter wie geplant bis zum Donnerstag um 05. 00 Uhr streiken werde. Auch wolle die Gewerkschaft gegen die Entscheidung in Berufung gehen. Nachdem das Arbeitsgericht den Streik untersagt habe, sei nicht mehr ausreichend Zeit gewesen, um in den Nachtstunden in Eilberufung zu gehen.

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