Polizisten Gemälde angeboten

Berlinerin wegen Beamtenbestechung verurteilt

Weil sie bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten ein Gemälde anbot, muss eine Berliner Kunstmalerin 1350 Euro Geldstrafe bezahlen. Die 55-Jährige habe die Beamten bestechen wollen.

Eine arbeitslose Kunstmalerin muss wegen Bestechung von zwei Polizisten eine Geldstrafe in Höhe von 1.350 Euro zahlen. Das Amtsgericht Tiergarten sprach die 55-jährige Frau am Montag schuldig, bei einer Verkehrskontrolle im Februar vergangenen Jahres die Polizisten mit einem wertvollen Gemälde bestochen zu haben.

Sie wollte damit erreichen, dass die Beamten von der Sicherstellung ihres Fahrzeuges und nachfolgenden Ermittlungen absehen. Die Polizisten hatten erhebliche technische Mängel am Auto festgestellt und auf die damit verbundenen Kosten verwiesen. Die Angeklagte sagte vor Gericht, es könne sich nur um ein „Missverständnis“ gehandelt haben.

Bestechungsvorwurf laut Angeklagter „Unsinn“

Eigenen Angaben zufolge war die seit Jahren arbeitslose Künstlerin „voll in Panik geraten“, als ihr mitgeteilt wurde, dass der Wagen wegen der Mängel sichergestellt werden müsse und zudem Folgekosten auf sie zukommen würden. Sie sei gehbehindert und habe ohnehin kein Geld, sagte die 55-Jährige.

Den Vorwurf, die Polizisten mit einem Gemälde bestochen zu haben, bezeichnete sie allerdings als „Unsinn“. „Wenn ich ein wertvolles Gemälde gehabt hätte, hätte ich es doch längst verkauft“. Sie habe nur „ihre Einkommensverhältnisse“ dargelegt, sagte die Hartz-IV-Empfängerin im Prozess.

Auto stellte Gefahr für Straßenverkehr dar

Die Angeklagte war mit ihrem Auto in Schöneberg unterwegs, als sie von einem Streifenwagen angehalten wurde. „Aufgrund unserer Tätigkeit kennt man so einige Modelle, die Mängel aufweisen“, betonte der 38-jährige Polizist.

Bei der Kontrolle wurden dann auch diverse Mängel festgestellt. Unter anderem verlor der Motor Öl, Teile der Karosserie waren durchrostet und die Antriebsmanschette gerissen. Der Beamte hatte der Angeklagten daraufhin gesagt, dass der Wagen sofort sichergestellt werden müsse, weil er eine „erhebliche Gefahr“ für den Straßenverkehr darstelle.