Nach Überfällen

Verband fordert Video-Überwachung für Taxis

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Nach mehreren Überfällen auf Taxifahrer vermutet die Polizei einen Serientäter. Der Berliner Taxiverband fordert nun Videokameras in den Fahrzeugen. Doch das ist mit dem Datenschutz nur schwer vereinbar.

Nach mehreren Überfällen auf Taxifahrer prüft die Polizei jetzt, ob es ein Serientäter war. „Es wird ermittelt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt“, sagte eine Polizeisprecherin am Montag.

Der Berliner Taxiverband sprach sich indes für Videokameras in Taxen auf. „Kameras halte ich für das beste Präventionsmittel“, sagte Verbandsvorsitzender Detlev Freutel am Montag. Per Videokamera könnten auch Beweise gesichert werden. Bislang sei die Einführung an Auflagen des Datenschutzes gescheitert.

Zuletzt war in der Nacht zum Sonnabend ein Taxifahrer mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden. Der Unbekannte war in Potsdam eingestiegen und ließ sich nach Steglitz fahren. Nach dem Überfall fuhr der Räuber mit dem Wagen davon, der später in einer Halteverbotszone gefunden wurde. Ähnliche Überfälle auf Taxen wurden in Pankow, Lichtenberg und Friedrichshain verübt.

Taxiverbands-Vorsitzender Freutel verwies darauf, dass Alarmknöpfe in den Fahrzeugen bereits gesetzlich vorgeschrieben seien. „Wo, werde ich Ihnen nicht sagen.“ Doch mit Videokameras, auf die mit einem Schild hingewiesen wird, könnten potenzielle Täter besser abgeschreckt werden.

Die Aufnahmen müssten aber im Interesse unbescholtener Fahrgäste wieder gelöscht werden. „Man will sich ja nicht im Internet wiederfinden.“ Die Anschaffung einer Videokamera von bis zu 700 Euro wäre verkraftbar, so Freutel.

Der Verbandsvorsitzende verwies noch auf einen anderen Aspekt: Fahrer könnten in kritischen Situationen Begleitschutz von Kollegen anfordern. „Doch das passiert heute weniger, es ist nicht mehr so kollegial wie früher.“

Der Berliner Taxiverband vertritt nach eigenen Angaben etwa 700 Taxiunternehmen in der Hauptstadt - von mehr als 3000 Unternehmen mit insgesamt 7200 Taxen. Es gibt noch andere Berufsvertretungen.

Der Taxiverband sei auch für Außenkameras an den Fahrzeugen, damit sich beispielsweise das Geschehen bei Unfällen besser nachweisen lasse. Doch auch hier gebe es Probleme mit dem Datenschutz.

Freutel zeigte sich überzeugt, dass ein möglicher Serientäter gefasst wird. „Die Polizei hat große Erfahrungen - die kriegen den.“

( dpa/bee )