Berliner S-Bahn

Ausfälle wegen Kabeldiebstahl und Fahrermangel

Freche Kabeldiebe haben für Verspätungen und Zugausfälle bei der Berliner S-Bahn gesorgt. Aber auch der personelle Engpass bei den Triebwagenführern sorgt für Probleme.

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Kabeldiebe haben am Dienstag für Ausfälle und Verspätungen auf den Nord-Süd-Linien der Berliner S-Bahn gesorgt. Die unbekannten Täter hatten ein wichtiges Steuerungskabel zwischen den Stationen Nordbahnhof und Humboldthain an zwei Stellen gekappt und etwa einen Meter Kupferkabel gestohlen, wie ein S-Bahn-Sprecher bestätigte.

Am Morgen kam es zu erheblichen Einschränkungen, weil der Verkehr auf dem dicht befahrenen Abschnitt manuell gesteuert werden musste. Die sogenannten Verstärkerzüge der Linien S1 und S2 wurden gestrichen. Statt alle zehn Minuten fuhr die S2 nur alle 20Minuten. Auf der S1 konnte die S-Bahn den Zehn-Minuten-Takt nur zwischen Wannsee und Potsdamer Platz anbieten.

Verspätungen gab es auch auf der Linie S25. Die Reparatur dauerte bis zum frühen Nachmittag, weil alle Einzelverbindungen des 40-adrigen Kabels von Hand wiederhergestellt werden mussten. Die S-Bahn sprach von einem „kriminellen Akt zulasten der Fahrgäste“.

Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr gab es auch am Dienstag wieder wegen des seit Wochen andauernden Fahrermangels. Weil immer noch überdurchschnittlich viele Triebfahrzeugführer krankgeschrieben sind, wurde die Linie S47 auf den Abschnitt zwischen Spindlersfeld und Schöneweide verkürzt. Auf der S5 fielen in der Hauptverkehrszeit die zusätzlichen Züge zwischen Mahlsdorf und Ostbahnhof aus.

Die S-Bahn geht davon aus, dass sich die personelle Situation in diesem Frühjahr merklich entspannen wird. Nach Unternehmensangaben wird noch im Februar der erste Lehrgang für neue Lokführer abgeschlossen. 13 zusätzliche Fahrer stehen dann bereits zur Verfügung, zwei Monate später beenden zwölf weitere Triebfahrzeugführer ihre Ausbildung, weitere folgen noch im Frühling.

Und noch eine weitere gute Nachricht für die Fahrgäste konnte die S-Bahn am Dienstag vermelden. Trotz des heftigen Schneefalls am Morgen habe es keine witterungsbedingten Ausfälle gegeben, sagte ein Unternehmenssprecher. In den vergangenen drei Wintern hatte die S-Bahn bei ähnlichem Wetter stets mit großen Technikproblemen zu kämpfen.