Tarfistreit

Auch in Berlin droht ein Flughafen-Streik

Auch Reisende in Berlin müssen sich auf Warnstreiks einstellen: Wenn bis zum 24. Februar kein verhandlungsfähiges Angebot des Dienstleisters Globeground vorliegt, droht Ver.di mit Streik an den Flughäfen Schönefeld und Tegel.

Foto: dpa

Die Gewerkschaft Ver.di droht mit Warnstreiks an den Berliner Flughäfen in der nächsten Woche. Hintergrund ist ein Tarifstreit beim Dienstleister Globeground Berlin GmbH. Das Unternehmen kümmert sich in Tegel und Schönefeld um die Passagier- und Gepäckabfertigung sowie den Winterdienst.

Ver.di forderte ein verhandlungsfähiges Angebot bis Freitag dieser Woche. Andernfalls seien Warnstreiks nicht mehr ausgeschlossen, sagte Verhandlungsführer Jens Gröger.

Damit wäre Deutschlands drittgrößter Luftverkehrsstandort weitgehend lahmgelegt. Globeground übernimmt laut Ver.di etwa 80 Prozent der Bodendienstleistungen an den beiden Flughäfen. Beim letzten Warnstreik vor zwei Jahren startete nur jede dritte Maschine. Seit Montag sorgt ein 48-Stunden-Streik auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt für zahlreiche Ausfälle.

In Berlin seien die Aussichten auf eine Einigung am Verhandlungstisch nur noch sehr gering, sagte Gröger. Die letzte Verhandlungsrunde war vor einer Woche ohne Ergebnis geblieben. Verdi fordert für die rund 1500 Beschäftigten 4,0 Prozent mehr Geld für zwölf Monate.

Knapp die Hälfte der Frankfurt-Flüge gestrichen

Wegen des Streiks am Frankfurter Flughafen ist am Montag knapp die Hälfte der Flüge zwischen Berlin und Deutschlands größtem Airport gestrichen worden. Laut Flugplan sollte es in Tegel bis zum Abend jeweils acht Starts und Landungen geben, jeweils elf Verbindungen wurden gestrichen. Schönefeld ist nicht betroffen. Auch an Dienstag müssen Fluggäste mit zahlreichen Streichungen rechnen.

In Frankfurt hatten am Montagmorgen rund 200 Vorfeldmitarbeiter für 48 Stunden die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft der Flugsicherung will damit Druck auf den Flughafenbetreiber Fraport machen. Das Unternehmen lehnt die Forderung nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die rund 200 Vorfeldbeschäftigten ab.

Informationen zum Flughafen-Streik auch im Internet

Reisende, die in den kommenden Tagen vom Streik der Vorfeldmitarbeiter am Flughafen Frankfurt/Main betroffen sind, können sich auch im Internet über ihren Flug informieren. So hat beispielsweise Lufthansa neben der Telefon-Hotline eine eigene Seite geschaltet, auf der alle Informationen zu gestrichenen Flügen online zu finden sind. Fluggäste auf innerdeutschen Strecken können dort auch gleich ihr Ticket in einen Reisegutschein umwandeln. Auch andere Airlines bieten ähnliche Homepages an.