Verhandlungsrunde beendet

Bei der BVG drohen nun erste Warnstreiks

Hinter verschlossenen Türen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften über mehr Geld für die BVG-Mitarbeiter verhandelt. Beide Seiten bewerteten diese Verhandlungsrunde äußerst unterschiedlich. Angedrohte Warnstreiks sind nicht vom Tisch.

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Schlechte Nachrichten für die Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Im Tarifkonflikt für die etwa 12.500 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport (BT) schließt die Gewerkschaft Ver.di erste Warnstreiks noch in dieser Woche nicht aus. Das teilte die Gewerkschaft am Dienstagnachmittag nach Abschluss der sechsten Verhandlungsrunde mit.

Nach Angaben des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV), der die BVG in den Verhandlungen vertritt, legte die Arbeitgeberseite ein verbessertes Angebot vor. Über die Details hätten die Verhandlungspartner Stillschweigen vereinbart, sagte KAV-Sprecherin Silke Leicht-Gilles. Am kommenden Montag soll ungeachtet des drohenden Arbeitskampfes weiter verhandelt werden. Der siebte Gesprächstermin ist für 13.30 Uhr in der BVG-Zentrale an der Holzmarktstraße terminiert.

Die Ver.di-Verhandlungskommission bewertete das neue Angebot nach intensiver Beratung als „zu gering“. Am Mittwoch werden die zuständige Tarifkommission und die Arbeitskampfleitung zusammenkommen und das Angebot ausführlich diskutieren und bewerten. „Es ist nach bisheriger Einschätzung der Lage nicht mehr auszuschließen, dass die Gremien morgen erste Warnstreiks beschließen werden“, hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Auch die Arbeitgeberseite wird sich intern treffen, um die gegensätzlichen Positionen zu bewerten. „Auf beiden Seiten sind die Spielräume eng gesteckt“, sagte Leicht-Gilles. KAV-Verhandlungsführerin Claudia Pfeiffer bewertete die Vereinbarung weiterer Gesprächstermine zumindest als positives Signal. „Wir begrüßen die weitere Verhandlungsbereitschaft von Ver.di und hoffen auf einen zügigen Abschluss der Tarifrunde“, sagte sie im Anschluss an die Gespräche.

Die Gewerkschaft fordert Einkommensverbesserungen, die leicht über der jährlichen Inflationsrate von zuletzt 2,3 Prozent liegen. Zudem will Ver.di eine möglichst kürzere Vertragslaufzeit durchsetzen, um auf Preisanstiege reagieren zu können. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt einen über drei Jahre laufenden Tarifvertrag mit schrittweisen Einkommenssteigerungen von insgesamt 4,2 Prozent und zwei Einmalzahlungen von zusammen 500 Euro angeboten.

Vor knapp vier Jahren hatten die Gewerkschaften in einer der härtesten Auseinandersetzungen der vergangenen Jahrzehnte die BVG zwei Wochen lang nahezu komplett lahmgelegt. Im vergangenen Juni gab es einen eintägigen Warnstreik bei den Verkehrsbetrieben.