Vor der Räumung

Piraten wollen Klub Schokoladen retten

Die Piraten im Berlienr Abgeordnetenhaus setzen sich für die Rettung des Schokoladens in Mitte ein. Die Zeit dafür wird allerdings knapp. Am 22. Februar soll geräumt werden

Foto: action press / action-press

Die Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus warnt vor der Räumung des alternativen Wohn- und Kulturprojekts Schokoladen in Mitte. Durch die Verdrängung solcher Projekte entledige sich Berlin seiner wichtigsten Alleinstellungsmerkmale, sagte der kulturpolitische Sprecher der Fraktion, Christopher Lauer. Der Klub sei ein ideales Beispiel für ein sich selbstverwaltendes Kulturprojekt.

Der Schokoladen in der Ackerstraße soll nach einem Urteil des Landgerichts Berlin am 22. Februar geräumt werden. Ein Gerichtsvollzieher hat sich für den Tag angekündigt. Der Verein Schokoladen will am Donnerstag über das weitere Vorgehen informieren.

Die Geschichte des Schokoladens begann im Sommer 1990 mit einer Hausbesetzung, wie die so vieler Klubs jener Zeit. Kurz darauf gab es ein Kultur-Café, Lesungen, Theatervorstellungen, Performance-Künstler und schließlich Konzerte. Von diesen Mauerfall-Projekten haben es nur wenige in die Gegenwart geschafft, selbst das Kunsthaus Tacheles, rund einen Kilometer Luftlinie entfernt, steht seit Jahren immer wieder vor dem Aus.

Auch der Schokoladen ist geübt im Überlebenskampf. Die erste Kündigung der Räume lag im Jahr 2005 vor. Seitdem konnte der Klub immer wieder verhandeln – und sich auch einer Unterstützung im Senat sicher sein. Doch seit der Abgeordnetenhauswahl im September 2011 sind die Karten neu gemischt, und für den Schokoladen wird es schwer werden, die Verhandlungen mit dem Eigentümer wieder aufzunehmen. Ein Vergleich, der eine freiwillige Räumung im Herbst 2012 vorsah, wurde nicht angenommen. Seitdem sind die Fronten verhärtet.