Henkel zu U-Bahn-Überfällen

Berlin kann sich Gewalttaten "nicht bieten lassen"

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Foto: dpa / dpa/DPA

Am Wochenenden sind in Berliner S- und U-Bahnen bei gewaltsamen Übergriffen erneut mehrere Menschen verletzt worden. Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilt die Taten und spricht von „verabscheuungswürdigen Gewalttaten, die sich Berlin nicht bieten lassen kann".

Bei Überfällen in Berliner S- und U-Bahnen sind am Wochenende mehrere Menschen leicht verletzt worden. Innensenator Frank Henkel (CDU) sprach am Sonntag von „verabscheuungswürdigen Gewalttaten, die sich Berlin nicht bieten lassen kann“. Die öffentlichen Verkehrsmittel seien kein rechtsfreier Raum, „aber einige Schläger führen sich genau so auf“. In einem Fall aus dem vergangenen Sommer sucht die Polizei nun mit Fahndungsfotos nach dem Täter.

Ein 21-Jähriger wurde am Freitagabend in Wedding in einer U-Bahn von Unbekannten überfallen, wie die Polizei mitteilte. Der junge Mann saß gegen 17.00 Uhr in einem Zug der Linie U6, da kam einer der Täter am Bahnhof Wedding auf ihn zu und riss ihm sein Handy aus der Hand. Anschließend flohen der Räuber und eine weitere Person aus der Bahn zum Ausgang. Bei einer Verfolgung wurde der 21-Jährige mit Reizgas besprüht und leicht im Gesicht verletzt. Die Täter entkamen.

Am späten Sonnabend wurde am U-Bahnhof Rohrdamm ein ebenfalls 21-Jähriger aus unbekannten Gründen attackiert. Er wollte gerade den Bahnhof verlassen, als ihn vier bis fünf Männer ansprachen und um eine Zigarette baten. Plötzlich schlug einer der Angreifer unvermittelt mit der Faust zu und traf sein Opfer im Gesicht. Anschließend schlugen und traten alle auf den 21-Jährigen ein. Der junge Mann erlitt mehrere Platzwunden im Gesicht. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Täter flüchteten.

Auch in der Nacht zu Sonntag wurden Fahrgäste der BVG angegriffen und verletzt. So wollten zwei Täter einem 20-Jährigen im U-Bahnhof Steglitz das Handy rauben und bedrohten ihn mit einem Messer. Anschließend flüchteten sie. Die beiden Tatverdächtigen im Alter von 19 und 20 Jahren konnten kurz darauf festgenommen werden. Außerdem schlug ein Unbekannter einem 29-Jährigen in der U1 in Kreuzberg nach einem Streit gegen den Kopf. Der Angreifer hatte sich gegen 5.00 Uhr am Halleschen Tor neben den Fahrgast gesetzt und zu streiten begonnen. Das Opfer erlitten einen Schlag gegen die Schläfe und die Unterlippe. Der Mann meldete den Vorfall bei der Polizei und stellte dabei fest, dass ihm die Brille gestohlen worden war.

Senator Henkel sagte nach Angaben seines Sprechers, die Polizei werde alles tun, „um diese rücksichtlosen Täter zu ermitteln. Dann sollten auch juristisch deutliche Zeichen gesetzt werden.“

Bei der Fahndung nach den Tätern eines Überfalls auf eine 49 Jahre alte Frau am 21. Juni 2011 veröffentlichte die Polizei am Sonntag Fotos aus einer Überwachungskamera. Die beiden Tatverdächtigen sollen die Frau am Bahnhof Zoologischer Garten nach einem Streit gestoßen, bespuckt und mit Reizgas besprüht haben.

( dpa/tj )