Brutale Bilanz

Kein Ende der Gewalt in Berlins Untergrund

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Foto: dpa / dpa/DPA

Allein in der Nacht zu Sonntag kam es in den U-Bahnen Berlins zu drei gewaltsamen Übergriffen. Die Opfer kamen vergleichsweise glimpflich davon - mit Platzwunden, Reizungen und Kopfverletzungen.

Prügeln, rauben, zustechen: In den vergangenen Tagen ist es zu mehreren gewalttätigen Übergriffen in Berlins U-Bahnen gekommen. Die Opfer kamen zwar im Vergleich zu manch vergangener Tat glimpflich davon, erlitten aber Platzwunden, Reizungen und Kopfverletzungen.

Mit Reizgas wurde am Freitag ein 21-Jähriger am U-Bahnhof Wedding angegriffen. Der junge Mann fuhr nach Polizeiangaben mit der Linie U6. Als die Bahn an der Station Halt machte, riss ihm ein Unbekannter sein Handy aus der Hand und flüchtete mit einem Komplizen zum Ausgang des Bahnhofs. Der Ausgeraubte folgte den Männern, woraufhin ihm einer der beiden Reizgas ins Gesicht sprühte. Anschließend flüchteten die beiden Täter samt Beute unerkannt. Das Opfer erlitt durch den Angriff leichte Gesichtsverletzungen.

Noch härter traf es einen 21-Jährigen in der Nacht zum Sonntag in Siemensstadt. Der junge Mann wollte nach Polizeiangaben gerade den Bahnhof Rohrdamm verlassen, als er eine Gruppe von vier bis fünf Personen am Ausgang entdeckte. Einer der Unbekannten fragte den Mann nach einer Zigarette, als ein anderer ihm unvermittelt mit der Faust ins Gesicht schlug. Kurz darauf schlugen und traten alle Männer auf ihr Opfer ein. Anschließend flüchteten sie unerkannt. Der 21-Jährige erlitt bei dem Angriff mehrere Platzwunden im Gesicht, die ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden mussten.

Unbekannter schlägt nach Streit zu

Ebenfalls am Sonntag schlug ein Mann nach einem Streit in einer U-Bahn einem 29-Jährigen gegen den Kopf. Der Geschädigte war Polizeiangaben zufolge in einem Wagen der Linie U1 unterwegs, als der Unbekannte an der Station Prinzenstraße einstieg und sich neben den 29-Jährigen setzte. Anschließend fingen die Männer einen Streit an, in dessen Verlauf der Unbekannte seinem Gegenüber zunächst gegen die Schläfe und dann gegen die Unterlippe schlug. Als beide am Schlesischen Tor die U-Bahn verließen und der Täter außer Reichweite war, alarmierte das Opfer die Polizei. Bei der Anzeigenaufnahme stellte es fest, dass es auch beklaut worden war.

Glück im Unglück hatte ein 20-jähriges Opfer, das am Sonntag am U-Bahnhof Steglitz ebenfalls ausgeraubt wurde. Zwei 19 und 20 Jahre alten Männer hatten den jungen Mann zunächst mit einem Messer bedroht, ihm sein Handy geraubt und waren geflüchtet. Weit kam das Duo nicht: Alarmierte Polizeibeamte spürten die Männer auf und nahmen sie fest. Das Opfer kam mit dem Schrecken davon.

Täter versucht mit Messer auf Opfer einzustechen

Bereits am Donnerstag war es zu zwei Übergriffen im Berliner Untergrund gekommen. Zuerst versuchten drei Männer im U-Bahnhof Kottbusser Tor auf einen 48-Jährigen einzustechen, später geriet ein 24-Jähriger mit vier Unbekannten in Streit und musste Schläge einstecken.

Im ersten Fall war auf dem Bahnsteig am Kottbusser Tor ein Streit zwischen dem Opfer und einem der Täter ausgebrochen. Dieser wollte laut Polizei Drogen kaufen. Als der 48-Jährige sagte, er verkaufe keine Drogen, rastete sein Gegenüber aus und schlug ihm eine gefüllte Glasflasche auf den Kopf. Dann zückte der Angreifer ein Messer, versuchte vergeblich auf sein Opfer einzustechen und brachte den Mann schließlich mit zwei Komplizen zu Boden. Alle drei traten auf ihn ein, ehe sie in der U 8 Richtung Wittenau flüchteten. Der 48-Jährige erlitt durch Schläge und Tritte eine Augenverletzung.

Im zweiten Fall an diesem Abend traf ein 24-Jähriger auf dem U-Bahnhof Hellersdorf auf eine Gruppe von vier Männern. Sie gerieten nach Polizeiangaben in Streit. Dann schlug einer der Männer dem 24-Jährigen gegen den Kopf, sodass er zu Boden ging. Er musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden, die Täter flüchteten.

( dapd/bee )