Berliner Erzbischof

Papst will Woelki zum Kardinal ernennen

Angekommen im Kreis der Purpurträger: Papst Benedikt XVI. hat den Berliner Erzbischof am Freitag zum Kardinal ernannt. Für Woelki ist die Ernennung "Ehre und Ermutigung zugleich". Der 55-Jährige ist der Jüngste unter den Kardinälen.

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Papst Benedikt XVI. hat den Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki am Freitag in Rom zum Kardinal ernannt. Die Berufung des 55-Jährigen folgt nur ein halbes Jahr nach der Ernennung Woelkis zum Erzbischof für Berlin, weite Teile Brandenburgs und Vorpommerns.

Woelki ist Nachfolger des Ende Juni vergangenen Jahres verstorbenen Kardinals Georg Sterzinsky. Als deutschen „Purpurträger“ erhob der Papst neben Woelki auch den Jesuitenpater und Dogmatikprofessor an der Päpstlichen Universität Gregoriana, Karl Josef Becker, in den Kardinalsrang.

Woelki erklärte in Berlin, die Ernennung sei Ehre und Ermutigung zugleich. Damit würdige Papst Benedikt nur wenige Monate nach seinem Besuch im Erzbistum Berlin auch die Bedeutung von Berlin als deutsche Hauptstadt und Sitz der Bundesregierung. Zudem sei seine Ernennung eine „Ermutigung für alle Katholiken, die in der Diaspora leben“.

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge gratulierte Woelki zu seiner Kardinals-Ernennung. Der Beginn seiner Amtszeit sei von positiven Zeichen der Gemeinsamkeit der Kirchen in Berlin und Brandenburg geprägt gewesen. „Ich habe ihn als ökumenisch offen und als engagiert für seine Kirche kennengelernt“, sagte der evangelische Landesbischof.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) beglückwünschte Woelki, dass er „ungewöhnlich kurzzeitig“ auf seine Amtseinführung als Erzbischof von Berlin nun in den Kardinalsrang erhoben wurde. Der Papst würdige damit nicht zuletzt den Stellenwert Berlins als deutsche Hauptstadt.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, gratulierte dem neu ernannten Kardinal. Es sei ein „außerordentliches Zeichen der Wertschätzung des Heiligen Vaters“, dass er bereits nach so kurzer Zeit den Erzbischof von Berlin in den Kardinalsstand erhoben habe. „Gleichzeitig zeugt diese Auszeichnung von dem großen Vertrauen, das Du bei Papst Benedikt XVI. genießt“, heißt es in dem Gratulationsschreiben.

Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin, die oberste Vertretung der Laien, erklärte, die Ernennung unterstreiche auch die Bedeutung des Erzbistums Berlin als Hauptstadtbistum und stärke die Kirche von Berlin in ihrer Diasporasituation. Die Erhebung zum Kardinal so kurz nach dem Amtsantritt als Erzbischof sei Ausdruck der Wertschätzung des Papstes und stärke den guten Start von Woelki im Erzbistum.

Der Diözese gehören rund 390.000 Katholiken aus Berlin, Brandenburg und Vorpommern an. Das Konsistorium für die „Kreierung“ zum Kardinal ist für den 18. Februar in Rom vorgesehen. Benedikt XVI. hatte am Freitag beim Angelusgebet zum Epiphanietag die Namen von 22 neuen Kardinälen bekannt gegeben, denen die Kardinalswürde übertragen werden soll.

Woelki war nach seiner Ernennung zum Berliner Erzbischof Anfang Juli vergangenen Jahres durch den Papst am 27. August in sein neues Amt eingeführt worden. Davor war er Weihbischof in seiner Geburtsstadt Köln, eine Art Hilfsbischof ohne eigene Diözese. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Woelki galt lange als Vertrauter des konservativen Kölner Kardinals Joachim Meisner.

Seine Promotion an der römischen Universität der konservativen Vereinigung Opus Dei sorgte zunächst für Spekulationen, dass der 55-Jährige auch Mitglied der umstrittenen Organisation sein könnte. Dies hat er inzwischen entschieden dementiert. Nach seinem Theologiestudium 1978 bis 1983 in Bonn und Freiburg erhielt Woelki im Juni 1985 die Priesterweihe in Köln, 1990 bis 1997 war er Kaplan und Sekretär von Erzbischof Meisner. 2003 wurde er zum Bischof geweiht.

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