Aufruf zur Strafanzeige

Piraten wehren sich gegen 16-jährigen Erpresser

Die Berliner Piraten haben mit Ärger aus den eigenen Reihen zu kämpfen. Ein Schüler, der in der Partei aktiv ist, soll seine Parteifreunde gefilmt ausspioniert und erpresst haben. Der Landesvorstand hat jetzt zur Strafanzeige gegen den erst 16 Jahre alten Computerexperten aufgerufen.

Aus Sorge vor möglichen Erpressungen von Mitgliedern der Piratenpartei durch einen Täter aus den eigenen Reihen hat der Landesvorstand zur Strafanzeige gegen einen 16 Jahre alten Computerexperten aufgerufen. „Wir betrachten die Schlichtungsversuche der letzten Tage als gescheitert“, heißt es in einer Stellungnahme von Donnerstagabend. „Inständig“ bitte der Vorstand betroffene Mitglieder, Anzeige zu erstatten. Die Aufklärung von Straftaten könne nicht durch Parteiorgane erfolgen, so die Parteispitze.

Wie berichtet, hatte der Pirat Sebastian Jabbusch in einem offenen Brief über „ein Klima der Angst“ geschrieben. Der Schüler habe in mehreren Fällen die Daten von anderen Piraten ausgespäht, um diese zu nötigen und parteiinterne Abläufe zu beeinflussen. „Trotz höherer Technikkompetenz schützen die meisten Piraten ihre Rechner und Smartphones völlig unzureichend“, so der Brief.

Der Beschuldigte habe zwei Piraten gefilmt, wie sie auf einer Silvesterparty „diskret miteinander verkehrten“. Die junge Piratin schaltete den Landesvorstand ein. Auch habe der Schüler versucht, die Ehefrau des Ex-Wikileaks-Sprechers Daniel Domscheit-Berg als Kandidatin für ein Stadtratsamt in Friedrichshain-Kreuzberg zu verhindern. Anke Domscheit-Berg bestätigte das der Nachrichtenagentur dapd. Zudem hätten sich weitere betroffene Mitglieder gemeldet.

Bereits vor einem Jahr hatte der Vorstand Hausverbot gegen den Schüler erteilt, was jedoch aufgehoben wurde. Man habe ihm geglaubt, dass er die gestohlenen Daten gelöscht habe.