Ex-Revuetänzer getötet

Mord wegen fünf Euro – Täter bekommt lebenslang

Im Februar ist ein ehemaliger Tänzers in seiner Wohnung erdrosselt worden. Danach legt der Täter Feuer, um einen Unfall vorzutäuschen. Durch eine Telefon-Überwachung konnte die Polizei den Täter schließlich überführen. Nun wurde ihm der Prozess gemacht.

Für den Mord an einem ehemaligen Revuetänzer ist ein 37 Jahre alter Gelegenheitsarbeiter am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt worden. „Wegen fünf Euro hat er einen Menschen umgebracht“, begründete Richter Olaf Arnoldi das Urteil des Berliner Landgerichts. Der Angeklagte hatte alles bestritten. Anhand einer Indizienkette wurde der angelernte Automechaniker nach Auffassung des Gerichts jedoch überführt. Beispielsweise habe er das Handy und die EC-Karte des Ermordeten benutzt, argumentierte Arnoldi.

Ob der Täter den 58-Jährigen schon länger kannte oder erst am Tattag traf, konnte nicht geklärt werden. Die Tat sei begangen worden, weil der Mörder offenbar Vermögen in der Wohnung im Stadtteil Tegel vermutet habe, sagte Arnoldi. Der Ex-Tänzer habe bescheiden gelebt und sich als Putzkraft über Wasser gehalten. An Wochenenden sei der Mann aber ausgegangen und habe gut sichtbar Schmuck getragen. Möglicherweise habe er damit Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.

Durch Telefon-Überwachung auf die Schliche gekommen

Nach Feststellungen des Gerichts hatte der 37-Jährige vom Opfer Geld verlangt. Weil der Tänzer aber nur fünf Euro besaß, habe der 37-Jährige beschlossen, ihn zu töten, hieß es - um dann noch mehr Geld oder Wertsachen finden zu können. Mit einer Schlinge habe er den 58-Jährigen erdrosselt. Dann habe er die Wohnung durchsucht und Möbel in Brand gesetzt. Nachbarn alarmierten die Feuerwehr, die dann die Leiche fand.

Der Gelegenheitsarbeiter hatte behauptet, er habe den fraglichen Tag mit seiner Familie verbracht. Das Alibi ist nach Überzeugung des Gerichts aber falsch. Die Richter stützten ihr Urteil unter anderem auf überwachte Telefonate unter Geschwistern des Mannes. In einem der Gespräche hatte ein Bruder seiner Schwester anvertraut, der jetzt Verurteilte habe die Tat gestanden. Dabei sei auch von den fünf Euro die Rede gewesen. Die Geschwister hatten sich in ihrer Muttersprache unterhalten und gedacht, die Polizei verstehe sie nicht.