Autokorso durch Berlin

Türken demonstrieren mit 160 Autos gegen Terror

Mit 160 Fahrzeugen bewegte sich am Sonnabend der "Autokorso gegen Rassismus" von Berlin-Kreuzberg Richtung NPD-Zentrale in Köpenick. Aufgerufen dazu hatte der Türkische Bund Berlin-Brandenburg – als Reaktion auf die Mordserie durch rechtsextreme Terroristen.

Als Reaktion auf die Mordserie von Neonazis hat der Türkische Bund Berlin-Brandenburg (TBB) am Samstag einen Autokorso durch die Hauptstadt organisiert. Rund 160 Fahrzeuge fuhren nach Angaben der Polizei am Vormittag am U-Bahnhof Möckernbrücke in Kreuzberg los und erreichten gegen 12.30 Uhr hupend die NPD-Zentrale in der Seelenbinderstraße in Köpenick.

Zahlreiche Polizisten begleiteten den Autokorso, Motorräder sicherten den Straßenverkehr ab. Autofahrer mussten rund acht Minuten warten, bis der Korso an ihnen vorbeigezogen war. Auch viele Taxi-Fahrer beteiligten sich daran. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher.

Auf dem Rückweg ins Zentrum waren am Nachmittag Kundgebungen vor dem Innenministerium in Moabit und dem Reichstagsgebäude in Mitte geplant. In einem Demonstrationsaufruf hatte der Türkische Bund zuvor kritisiert, dass sich die Sicherheitsbehörden auf Linksextremisten und den islamistischen Terror fixiert hätten. Gleichzeitig seien mit ständigen Integrationsrufen Einwanderer auf die Anklagebank gesetzt worden. Der Türkische Bund ist ein linksliberaler Dachverband von mehr als zwei Dutzend Vereinen.

Die Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) aus dem sächsischen Zwickau soll bundesweit für neun Morde an türkischen und griechischen Kleinunternehmern in den Jahren 2000 bis 2006, die Mordanschläge auf zwei Polizisten in Heilbronn 2007 und für zwei Bombenanschläge in Köln 2001 und 2004 verantwortlich sein. Erst als zwei Mitglieder der Terrorzelle erschossen in einem Wohnwagen in Eisenach aufgefunden worden waren, stellten die Ermittler die Verbindung zu den Taten her.