Bevölkerungsentwicklung

Größte Einwohnerzahl in Berlin seit Kriegsende

Berlin wächst und wächst, und das seit mehreren Jahren. Jetzt hat Deutschlands Hauptstadt die höchste Einwohnerzahl seit 1944 erreicht: 3.477.800.

Deutschlands größte Stadt erreicht die höchste Einwohnerzahl seit Kriegsende: 3.477.800. Besonders aus dem Ausland und aus Westdeutschland zieht es viele Menschen in die Hauptstadt, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Freitag in seinem Bericht für das erste Halbjahr 2011 mitteilte. Aus dem Ausland gab in den ersten sechs Monaten 10.200 Zuzüge mehr als Fortzüge, aus Westdeutschland 5400. Insgesamt stieg die Bevölkerung im ersten Halbjahr um 17.000 oder 0,5 Prozent. 1944 hatte Berlin fast eine Million Einwohner mehr alsheute, ein Jahr später wies die Statistik noch 2,8 Millionen aus.

Bemerkbar macht sich die steigende Zahl an Studenten in Berlin ebenfalls bei der staatlichen Ausbildungsförderung. Im vergangenen Jahr haben 56.864 Schüler und Studenten BAföG bezogen, das sind 3370 oder 6,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Zudem hat sich durch die Novellierung der Freibeträge der Kreis der BAföG-Berechtigten erweitert“, sagt Jürgen Morgenstern, Sprecher des Studentenwerks Berlin. Mit der wachsenden Zahl der Studierenden durch den Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge erwartet das Studentenwerk eine weitere Steigerung. „Berlin ist als Studienort attraktiv, auch weil keine Studiengebühren erhoben werden“, sagt Morgenstern.

Aber auch Arbeitnehmer zieht es nach Berlin. Vom aktuellen Jobaufschwung profitieren nämlich die in Berlin bereits Ansässigen kaum. Die Arbeitslosigkeit stagniert hier bei etwa 13,3 Prozent. „Die Menge der Erwerbstätigen hier nimmt zu durch Menschen, die von außerhalb nach Berlin kommen und gute Stellen besetzen“, sagt Arbeitsmarktforscher Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). In Berlin gebe es zu viele Arbeitslose ohne Berufsabschluss. Deshalb greifen Arbeitgeber auf qualifizierten Nachwuchs aus anderen Bundesländern zurück.

Auf den Wohnungsmarkt hat die Entwicklung keine positive Auswirkung. In Spitzenlagen wie Mitte werden pro Quadratmeter bis zu 14 Euro verlangt, weil die Nachfrage an zentralem Wohnraum durch die Neu-Berliner größer wird. Bis 2020, so prognostiziert der Berliner Senat, wird es 130.000 Haushalte mehr geben als heute. Leer stehende Wohnungen werden dann kaum noch zu finden sein.