Festival of Lights

Berlin erstrahlt - diesmal mit den Besuchern

Wenn ab Mittwoch das Berliner „Festival of Lights" mit vielen neuen illuminierten Wahrzeichen startet, können dieses Jahr auch die Besucher als "Faces of Berlin" Teil der Licht-Phantasien werden. Eine Million Festival-Besucher werden erwartet.

Die Tage werden immer kürzer und dunkler, die Abende brechen schneller an. Der Herbst hat begonnen. Und trotzdem leuchtet Berlin von der nächsten Woche an noch einmal ganz hell. Dann legt sich das Strahlen von zahllosen bunten Lichtern über die Hauptstadt. Am 12. Oktober beginnt zum siebten Mal das „Festival of Lights“. Mehr als 80 Illuminationen und Installationen beleuchten zwölf Nächte lang die Wahrzeichen der Stadt – so viele wie noch nie zuvor.

„Das Festival ist ein großes Gesamtkunstwerk und ein Geschenk an die Menschen“, sagt Festivaldirektorin Birgit Zander. Gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit gibt sie am Mittwochabend bei der Eröffnungsfeier „Lights On“ am Potsdamer Platz den Startschuss für die vielfältigen Lichtinstallationen. Das örtliche Zentrum des Festivals ist zugleich die Kulisse für das wohl beeindruckendste Projekt. Vor dem Kollhoff-Tower hat der Bildhauer Erik Tannhäuser eine übergroße Maske installiert. Auf ihr sollen die dreidimensionalen „Faces of Berlin“ entstehen. Porträtfotos, die in einem täglich wechselnden Video auf die Maske projiziert werden. Jeder Berliner und Besucher kann Teil der Inszenierung werden und sich in den Arkaden am Potsdamer Platz fotografieren lassen. Aus den vielen Bildern soll jeden Tag ein neues Video entstehen, das sich „Gesichter der Großstadt“ nennt und auch im Internet zu sehen sein wird. Eher klassisch, aber doch kreativ beleuchtet werden die vielen Wahrzeichen Berlins. Der Fernsehturm, die Siegessäule, das Tempodrom und natürlich das Brandenburger Tor.

Einer der wohl spektakulärsten Licht-Phantasien dürften die Besucher auf der Museumsinsel begegnen: Dem Berliner Dom gibt Teresa Mar einen neuen, ständig wechselnden Anstrich. Angelehnt an die Farbwechsel eines Chamäleons, sollen dort bunte Farbspiele die markante Kuppel umhüllen. Die Malerin und Mediendesignerin Teresa Mar transportiert ihre Botschaften aus Licht mit großflächigen Projektionen. Dabei spielt die Wienerin mit verschiedenen Perspektiven: Je nachdem, aus welchem Blickwinkel der Betrachter ihr Werk sieht, verändert sich die Wirkung. Den Berliner Dom dürften viele Berliner so aus einer völlig neuen Perspektive erleben. Einige Gebäude erstrahlen beim „Festival of Lights“ in diesem Jahr das erste Mal: Neu dabei sind zum Beispiel die US-Botschaft am Pariser Platz und das Flughafengelände in Tempelhof.

Zum 125. Geburtstag wird auch der Kurfürstendamm in atmosphärisches Licht getaucht. Kurator der sogenannten „Light-Gallery“ am Kudamm ist Mit-Initiator Andreas Boehlke. Der Lichtdesigner, der bereits von Beginn an beim „Festival of Lights“ dabei ist, gestaltet viele Wahrzeichen der Hauptstadt: So illuminiert er auch Siegessäule, Gendarmenmarkt und die Straße Unter den Linden. Am Kurfürstendamm wird der Höhepunkt das mit Licht geflutete Kaufhaus KaDeWe sein. „Es wird aussehen wie eingestrickt“, sagt Veranstalterin Birgit Zander.

Für Burkhard Kieker, Chef der Berliner Marketinggesellschaft Visit Berlin, ist das Festival ein „Feuerwerk an Ideen“. Es zeige sich, dass Berlin zur Weltstadt geworden sei.

Das Illuminations-Projekt spielt mittlerweile auch eine große Rolle für den Tourismus der Hauptstadt. Zudem rechnet es sich durchaus auch finanziell, dass die Veranstalter monatelange Verhandlungen, Planungen und Abstimmungen für das Lichterfest in Kauf nehmen. Kieker spricht von schätzungsweise mehr als 400?000 zusätzlichen Übernachtungen, bei rund einer Million Festival-Besuchern insgesamt.

Birgit Zander freut sich, dass ihre Veranstaltung international immer bekannter wird. „Licht begeistert und fasziniert Menschen aus aller Welt gleichermaßen“, sagt Zander. Sie hofft, dass das Festival „allabendlich eine einmalige Atmosphäre in den Straßen Berlins“ schafft. Ein Ambiente, das jedem zugänglich ist – egal, ob Berliner oder Tourist. Licht spricht alle Sprachen.

Das „Festival of Lights“ läuft vom kommenden Mittwoch, dem 12. Oktober, bis zum 23. Oktober. Kernzeiten: 19 Uhr bis 24 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.festival-of-lights.de oder unter der Rufnummer: 250025.