Trotz Sprungpolster

Brand im Hochhaus - Berliner stirbt nach Sprung

Er wollte sein Leben retten und stürzte in den Tod. Nachdem in der Wohnung eines 57-Jährigen in Berlin-Friedrichsfelde ein Feuer ausgebrochen war, sprang der Mann aus dem neunten Stock in ein von Rettungskräften ausgebreitetes Sprungpolster und kam dabei ums Leben.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Auf der Flucht vor dem Flammenmeer in seiner Wohnung ist ein Mann von einem Hochhausbalkon in Berlin-Friedrichsfelde in den Tod gesprungen. Nachdem seine Wohnung im neunten Stock aus noch ungeklärter Ursache in Brand geraten war, stürzte der 57-Jährige sich am Mittwochabend vom Balkon seiner Einzimmerwohnung in ein von Rettungskräften ausgebreitetes Sprungpolster, wie die Feuerwehr mitteilte. Dabei zog er sich aber so schwere Verletzungen zu, dass er noch vor Ort verstarb.

Zu dem Großeinsatz waren den Angaben zufolge rund 50 Feuerwehrleute ausgerückt, die das Feuer noch am Abend löschten. Die anderen Bewohner des Hochhauses mit 16 Etagen in der Baikalstraße mussten nicht in Sicherheit gebracht werden und blieben unverletzt. Außer der vollständig ausgebrannten Wohnung im neunten Stock seien keine anderen Gebäudeteile in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Der Bewohner der brennenden Wohnung habe vor seinem Sprung nur noch die Wahl zwischen dem Asphalt und dem aufgebauten Rettungspolster gehabt, sagte der Sprecher. Allerdings seien Sprungpolster "für Stürze aus dieser Höhe nicht mehr optimal geeignet". Da ihm die Flammen den Weg ins Treppenhaus abgeschnitten hätten, habe der Mann jedoch keine andere Alternative mehr gesehen.

Bis zum vierten Stock sei ein Sprung auf ein Rettungspolster relativ sicher, sagte Wolfgang Rowenhagen von der Berliner Feuerwehr. Auch einen Sprung aus 22 Metern Höhe könne man überleben; aber nur, wenn man genau in der Mitte der 3,5 mal 3,5 Meter großen Fläche aufkomme. „In Hochhäuser gehen wir eher mit Personal mit Atemmasken rein und holen die Leute raus“, erklärte der Hauptbrandmeister.

Am Mittwoch sei das nicht mehr möglich gewesen, weil sich die Flammen schon zu sehr ausgebreitet hätten. Die Brandursache ist nach Polizeiangaben noch unklar, andere Anwohner wurden nicht verletzt.