Besetzung in Berlin

Occupy-Aktivisten besetzen Platz vor Hauptbahnhof

Aktivisten der Berliner Occupy-Bewegung haben am Mittwoch den Platz vor dem Hauptbahnhof mit Zelten besetzt. Nach wenigen Stunden beendete die Polizei die Aktion allerdings schon wieder.

Foto: dpa / dpa/DPA

Mit mehreren Zelten haben Aktivisten der Berliner Occupy-Bewegung am Mittwoch versucht, den Platz vor dem Hauptbahnhof zu besetzen. Nach wenigen Stunden war die Aktion allerdings schon wieder vorbei. Die Polizei schickte die Teilnehmer wieder weg.

Gegen 12.30 Uhr zogen die rund 30 Protestierenden vom Bundespressestrand, auf dem die Aktivisten ein Camp aufgeschlagen haben, zum Hauptbahnhof und bauten dort ihre Zelte auf. Mit Plakaten wie „Ich rette die Welt! Wer macht mit?“ protestierten sie gegen die Macht der Finanzmärkte. Die Polizei griff zunächst nicht ein und beobachtete das Treiben der Aktivisten. Nach wenigen Stunden musste die Gruppe das Feld dann aber wieder räumen. „Unsere Zelte waren nicht als Demonstration angemeldet, weshalb Beamten der Polizei den Abbau forderten“, sagte ein Teilnehmer. Sie kamen der Aufforderung nach und zogen zurück in ihr Camp, wenige Meter neben dem Hauptbahnhof.

Auf dem Gelände des ehemaligen Bundespressestrands am Spreeufer im Regierungsviertel campen die Occupy-Demonstranten seit rund zwei Wochen. Die bisherige Pächterin Johanna Ismayr duldete das Zeltlager zunächst. Später zog sie ihre Einstimmung jedoch zurück, da sie von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zu diesem Schritt aufgefordert worden sei. Der Bund will dort Bürogebäude errichten, deshalb muss Ismayr selbst das Grundstück bis Ende November räumen. Die Zukunft des Occupy-Camps ist deshalb ungewiss. Der Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Guido Déus, sagte nur, man sei mit den Demonstranten im Gespräch.

Vorbild für die Berliner Occupy-Bewegung ist die US-amerikanische Occupy-Wall-Street-Bewegung, die seit September in New York gegen die Finanzmärkte, Spekulationsgeschäfte und soziale Ungerechtigkeiten protestiert. Tausende sind in der Vergangenheit dafür auf die Straße gegangen. In Deutschland gibt es ähnliche Gruppierungen, die allerdings weit weniger Resonanz bekommen. ehre