Zu hohe Preise

Kartellamt will Berliner Wasserbetriebe abmahnen

Das Bundeskartellamt hatte bereits im Frühjahr den Kubikmeterpreis des Berliner Wassers moniert. Jetzt soll es noch in diesem Jahr eine Abmahnung geben.

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Das Bundeskartellamt will die Berliner Wasserbetriebe noch in diesem Jahr abmahnen. Das kündigte Behördenchef Andreas Mundt am Dienstag in Berlin an. Die Wettbewerbshüter hatten schon im Frühjahr kritisiert, dass der Kubikmeterpreis in der Hauptstadt 50 Cent und damit 25 Prozent zu hoch liegt.

„Wasser ist eins der letzten Monopole, und es wird auch ein Monopol bleiben“, sagte Mundt. Die Menschen könnten sich den Anbieter nicht aussuchen. Eine stärkere Regulierung des Marktes mit seinen zahlreichen Unternehmen hält der Amtspräsident für schwierig. Er sprach sich für eine stärkere staatliche Missbrauchskontrolle durch die Kartellbehörden aus.

„Wir sind bemüht, wirklich die exzessiven Fälle herauszugreifen und Transparenz herzustellen.“ Wie die Abmahnung für die Wasserbetriebe lauten wird, gibt das Kartellamt noch nicht bekannt. „Wir wollen besonders sorgfältig sein und die Kosten richtig bewerten“, sicherte Mundt am Rande einer Veranstaltung der Berliner Industrie- und Handelskammer zu. Das Unternehmen hat die Gelegenheit, sich zu äußern. Erst danach werde das Kartellverfahren im nächsten Jahr abgeschlossen.

Die Wasserbetriebe hatten schon angekündigt, zu klagen. Sie halten die üblichen Wettbewerbsvorschriften beim Wasser für nicht anwendbar. Das Unternehmen hält die vergleichsweise hohen Preise in Berlin für angemessen, weil in den vergangenen 20 Jahren das Netz der Wasserleitungen und – rohre saniert werden musste, während die Berliner gleichzeitig immer weniger Wasser verbrauchten und bezahlten. Kritiker sehen einen Grund für die hohen Preise auch im Teilverkauf des Landesunternehmens an die Konzerne Veolia und RWE 1999.