Prozess

Revuetänzer-Mord – Angeklagter bestreitet Schuld

Weil er im Februar einen ehemaligen Tänzer in dessen Wohnung in Berlin-Tegel erdrosselt haben soll, steht ein 37-jähriger Mann seit Montag vor Gericht. Er bestreitet eine Verstrickung in das Verbrechen.

Im Prozess wegen Mordes an einem ehemaligen Tänzers des Berliner Friedrichstadtpalastes hat der 37 Jahre alte Angeklagte am Montag den Vorwurf vor dem Landgericht Berlin bestritten. Ihm wird Mord aus Habgier sowie versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen. Der angelernte Kfz-Mechaniker soll im Februar 2011 den 58-Jährigen in seiner Wohnung in Tegel entweder mit einem Seil oder einem Kabel erdrosselt haben.

Laut der Anklage entwendete er danach das Handy des Opfers, dessen EC-Karte sowie drei BVG-Monatsmarken und versuchte abschließend im Schlafzimmer Feuer zu legen. Durch den Schwelbrand wurde die Wohnung beschädigt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann „wahrscheinlich“ einen sexuellen Kontakt mit dem später Opfer ausnutzte, um es zu töten.

Sein Mandant habe ein Alibi für die Tatzeit, sagte der Verteidiger. Seinen Angaben nach war der Angeklagte nicht in der Wohnung des Opfers, sondern hatte bis Mitternacht mit seiner Familie zusammen gegessen. Der Anwalt verwies darauf, dass in der Wohnung des Opfers „keinerlei Spuren“ des Angeklagten gefunden wurden. Gegenstände wie das Handy und die BVG-Karten, die bei dem 37-Jährigen sichergestellt wurden, habe dieser „möglicherweise“ von jemanden „erworben“, aber nicht vom Opfer, hieß es.

Ein „vertraulicher Hinweis“ hatte nach Angaben eines Justizsprechers die Polizei auf die Spur des mehrfach vorbestraften Angeklagten gebracht. Er sitzt dafür seit Mitte April in Untersuchungshaft. Bereits im Ermittlungsverfahren hatte der 37-Jährige den Vorwurf bestritten.

Der Prozess wird fortgesetzt.