Kindesmissbrauch im FEZ

Weitere Kinderbahn-Mitarbeiter unter Verdacht

Ein Berliner, der in Freizeitzentrum Wuhlheide in der Anlage der Parkeisenbahn arbeitet, soll sich über Jahre an Kindern vergangenen haben. Jetzt weitet sich der Skandal aus. Vier weitere Mitarbeiter scheinen in den Fall verwickelt zu sein. Gegen sie wurde bereits Anklage erhoben.

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Bei der Berliner Parkeisenbahn sollen weitere Mitarbeiter Kinder sexuell missbraucht haben als bisher bekannt. Gerichtssprecher Tobias Kaehne bestätigte am Mittwoch Anklagen gegen vier Beschäftigte der Eisenbahn in dem Freizeitpark im Stadtteil Köpenick. Außerdem wurde aus Justizkreisen bekannt, dass eine dritte Anklage und ein Strafbefehl vorliegen sollen. Am Dienstag bekam ein früherer Eisenbahn-Mitarbeiter eine Bewährungsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs. Er hatte sich Jahre lang an sieben Jungen vergangen.

Zum konkreten Inhalt der neuen Anklagen und der Anzahl der Opfer äußerte sich der Gerichtssprecher nicht. Es handele sich aber um ähnliche Vorfälle wie bei dem bereits Verurteilten. Die unter Anleitung Erwachsener betriebene Schmalspurbahn für Kinder zählt zu den beliebtesten Attraktionen eines der größten europäischen Freizeitparks.

Der 26-Jährige bekam zwei Jahre Jugendstrafe mit Bewährung. Der Berliner hatte gestanden, sich in den Jahren 2000 bis 2008 mindestens 47 Mal an den ihm anvertrauten sechs Kindern und einem Jugendlichen vergriffen zu haben. Zu dem Missbrauch kam es auf dem Gelände der Kindereisenbahn im Stadtteil Köpenick, in der Bahn und an anderen Orten.

Die Jungen und der verurteilte 26-Jährige waren Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Parkeisenbahn in der Wuhlheide. Er war erst 14 oder 15 Jahre alt, als er in der Bahn einen Elfjährigen missbrauchte. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der Hobby-Eisenbahner selbst gekündigt.

Ein Junge hatte sich seiner Schwester anvertraut. Sie erstattete Anzeige. Nach Angaben von Gerichtssprecher Kaehne wurden daraufhin Kinder und Jugendliche befragt, die Mitglieder des Vereins waren.