Ausnahmegenehmigung

In Berlin dürfen Elfjährige mit Waffen schießen

Laut einer Antwort der Senatsverwaltung für Inneres dürfen auch Minderjährige in Berlin mit Waffen rumhantieren. Zwei Elfjährigen wurde bereits der Umgang mit Druckluftwaffen erlaubt und einem 13-Jährigen das Schießen mit Kleinkaliberwaffen.

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Erst elfjährige Kinder dürfen in Berlin mit Waffen umgehen – wenn sie dafür eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Inneres auf eine Kleine Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten René Stadtkewitz hervor. Demnach haben seit der Verschärfung des Waffengesetzes im April 2003 insgesamt vier Minderjährige eine Ausnahmegenehmigung erhalten, in allen Fällen zur „Förderung des Leistungssports“.

Zwei Elfjährigen wurde 2009 der Umgang mit Druckluftwaffen erlaubt, einem 13-Jährigen im Jahr 2004 das Schießen mit Kleinkaliberwaffen. Ein 17-Jähriger erhielt im vergangenen Jahr die Erlaubnis, auch mit Großkaliberwaffen zu schießen. Grundsätzlich ist der Umgang mit Waffen und Munition nur Volljährigen erlaubt.

Aus einer weiteren Antwort geht außerdem hervor, dass die Zahl der Schusswaffen in privatem Besitz seit 2003 trotz der verschärften Regelungen leicht gestiegen ist, von rund 50.700 im Jahr 2003 auf 55.500 im Jahr 2006, seitdem bleibt die Zahl relativ konstant. Gleichzeitig gingen Straftaten, in denen Schusswaffen eine Rolle spielten, von rund 1500 im Jahr 2003 auf weniger als 1000 im Jahr 2010 zurück – allerdings unterscheidet die Polizei hier nicht zwischen legalen und illegalen Waffen. Der Berliner Waffenbehörde sind nur sieben Fälle bekannt, in denen legale Waffenbesitzer ihre Schusswaffen missbräuchlich verwendet haben.

Seit April 2003 benötigen Besitzer von Schreckschuss- und Gaspistolen einen „kleinen Waffenschein“. Ihn bekommt nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist und seine persönliche Eignung und Zuverlässigkeit nachweisen kann. Zuvor waren diese Waffen frei erhältlich.

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