Potsdam

Verdacht auf sexuelle Übergriffe an Sportschule

Im Wohnheim der Potsdamer Sportschule "Friedrich Ludwig Jahn" sollen sich zwei zwei Elftklässler an jüngeren Schülern vergangen haben. Wohnheimleitung und Trainer sollen versucht haben, dies zu verschweigen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

An der Potsdamer Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ soll es zu sexuellen Übergriffen von älteren Schülern auf jüngere Schüler gekommen sein. Darüber sei dem Geschäftsführer der Luftschiffhafen Potsdam GmbH, Andreas Klemund, Ende vergangener Woche berichtet worden, teilte die Muttergesellschaft, die Unternehmensverbund Pro Potsdam, am Dienstagabend mit. Sie betreibt das Wohnheim der Sportschule. Gegen die mutmaßlichen Täter sei Strafanzeige erstattet worden, und das Landesjugendamt wurde den Angaben zufolge informiert.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittele wegen sexueller Nötigung gegen zwei Schüler der Sportschule, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die 16-Jährigen sollen sich Ende September an zwei 13 und 14 Jahre alten Mitschülern vergangen haben. Die Eltern der mutmaßlichen Opfer hätten Anzeige erstattet, so der Sprecher. Eine weitere stamme von der Luftschiffhafen GmbH, einer Tochter des Unternehmensverbundes Pro Potsdam, die das Wohnheim der Sportschule betreibt. Details zu den Vorwürfen wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen. „Aufgrund des Alters der mutmaßlichen Geschädigten und der Beschuldigten ist dies zu deren Schutz geboten.“

Laut einem Bericht der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (PNN) sollen sich die Elftklässler Ende September im Wohnheim des Internats an zwei Jungen der achten Klasse vergangen haben. Wohnheimleitung und Trainer hätten zwei Wochen lang verschwiegen, was ihnen die mutmaßlichen Opfer - zwei Jungen aus Wittstock und Premnitz - erzählt hätten, schreibt die „Märkische Allgemeine“. Erst auf Druck eines Mitarbeiters soll die Internatsleitung die Eltern der Kinder über die Vorfälle in Kenntnis gesetzt haben.

Die Pro Potsdam sicherte zu, schnellstmöglich ein Nottelefon für Betroffene einzurichten. Es werde die gesamte Elternschaft „zeitnah“ informiert. Außerdem ist noch für diese Woche eine Versammlung der Sportschul-Mitarbeiter unter Teilnahme des Landesjugendamtes vorgesehen. An diesem Mittwoch soll den PNN zufolge in einer Konferenz mit Lehrern sowie Schüler- und Elternvertretern der elften Klasse das weitere Vorgehen beraten werden. Alle Beteiligten sollen zum Nachwuchs des Handball-Zweitligisten VfL Potsdam gehören.

Unterdessen gibt es laut Zeitungen einen zusätzlichen Fall gewalttätigen Mobbings an dem Internat, bei dem ein Siebtklässler von älteren Mitschülern über längere Zeit drangsaliert wurde. Landesjugendamt und Stadtverwaltung seien auch hierüber mittlerweile informiert worden.