Bissverletzungen

Junge erhält nach Hundeattacke Schmerzensgeld

Das Verfahren gegen eine Hundehalterin, deren Kampfhund-Mischling einen Jungen schwer im Gesicht verletzt hatte, ist eingestellt worden. Sie muss mehrere tausend Euro Strafe zahlen.

Foto: Steffen Pletl

Nach dem Angriff ihres Kampfhundes auf einen neunjährigen Jungen muss die Hundehalterin 3000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Damit ist das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung am Freitag von einem Berliner Amtsgericht eingestellt worden.

Die 44-jährige Berlinerin übernahm im Prozess die Verantwortung für die schweren Verletzungen des Kindes. Ihr Staffordshire-Mischling „Tyson“ hatte dem Jungen mehrfach ins Gesicht gebissen . Das Kind erlitt sieben tiefe und mehrere kleine Bisswunden, die operiert werden mussten.

Die Mutter von drei Kindern beteuerte vor Gericht: „Es tut mir von Herzen leid, es hätte auch mein Kind sein können“.

Die Friseurin hatte ihren achtjährigen Sohn und seinen Freund am 18. Oktober 2010 in ihrer Wohnung alleingelassen, ohne den Hund wegzusperren. Die Angeklagte habe den Kindern strikt untersagt, das Zimmer zu betreten, in dem sich „Tyson“ aufhielt. Sie sah ein, dass Kinder sich nicht immer an Verbote halten.

Die Berlinerin hatte die Gefahr offenbar falsch eingeschätzt. „Der Hund hat einen Wesenstest abgelegt und war in meinen Augen nicht bösartig“, sagte die Angeklagte. Der Kampfhund wurde inzwischen eingeschläfert.

Der Junge ist nach Angaben der Nebenklage weiterhin in psychotherapeutischer Behandlung. Bis auf eine kleine Narbe an der Nase ist nichts mehr von den Bissen zu sehen. Der Schüler wirkte im Prozess recht munter. Das Geständnis der 44-Jährigen hat ihm die Aussage erspart. Offenbar hatten er und der Sohn der Angeklagten mit dem Hund gespielt oder ihn möglicherweise geschlagen. Damit müsse immer gerechnet werden, die Kinder haben keine Schuld, betonte der Richter.

Das Strafverfahren wurde mit Zustimmung aller Prozessbeteiligten eingestellt. In einem gesonderten Zivilprozess kommen laut Gericht noch Forderungen von etwa 30.000 Euro auf die Angeklagte zu.