Berliner Schillerpark

Rohrbomber soll weitere Taten verübt haben

Eineinhalb Monate nach einem Bombenanschlag im Berliner Schillerpark hat die Polizei einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. In der Wohnung des 44-Jährigen fanden die Ermittler Bauteile für Sprengvorrichtungen.

Die Berliner Polizei hat offenbar den sogenannten Bombenleger vom Schillerpark gefasst. Der 44 Jahre alte Deutsch-Afghane sei am Donnerstag auf seiner Arbeitsstelle in Hohenschönhausen festgenommen worden, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Freitag. Die Ermittler schließen ein politisches oder religiöses Motiv aus. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn sei Haftbefehl unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Mann ist dringend verdächtig, am 14. August 2011 einen Sprengsatz im Schillerpark im Berliner Stadtteil Wedding abgelegt zu haben. Bei der Explosion war ein Spaziergänger schwer im Gesicht und an den Beinen verletzt worden. Der 58-Jährige hatte eine Plastiktüte entdeckt, als er hineinschauen wollte, explodierte sie.

Nach den Worten des amtierenden Leiters des polizeilichen Staatsschutzes, Oliver Stepien, soll der Verdächtige noch zwei weitere Taten begangen haben, eine im Juni 2007 und die zweite am 26. Mai 2011 am Nordufer in Wedding. Den Sprengsatz hatte ein aufmerksamer Spaziergänger entdeckt. Er konnte entschärft werden

Den Angaben zufolge waren alle drei Sprengsätze in identischen Tüten versteckt. Auch die individuellen Konstruktionsmerkmale seien gleich, sagte Stepien. Der Mann ist der Polizei bislang nicht aufgefallen. Er ist alleinstehend und lebt in Wedding. Kriminaltechniker durchsuchten seine Wohnung und sicherten Beweismittel. Die Ermittler fanden Bauteile für Sprengvorrichtungen, wie die Polizei am Freitag in Berlin mitteilte. „Wir gehen davon aus, dass er in der nächsten Zeit eine weitere unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung abgelegt hätte“, sagte der amtierende Leiter des polizeilichen Staatsschutzes, Oliver Stepien.