Oberverwaltungsgericht

Bebauungsplan für Wertheim-Areal ist unwirksam

Auf dem sogenannten Wertheim-Areal am Leipziger Platz in Berlin-Mitte wird bereits gebaut. Doch das Oberverwaltungsgericht hat den entsprechenden Bebauungsplan für unwirksam erklärt.

Der Bebauungsplan für das sogenannte Wertheim-Areal am Leipziger Platz in Mitte ist nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg unwirksam (Az.: OVG2A 8.11). Wie das Gericht am Freitag mitteilte, hat das Urteil aber keine unmittelbare Auswirkung auf die Baugenehmigung, auf deren Grundlage auf dem Grundstück seit Jahresbeginn ein Einkaufszentrum entstehen soll, und damit auf den Baufortgang. Allerdings verwies eine Gerichtssprecherin darauf, dass der Investor eine noch nicht „bestandskräftige“ Baugenehmigung habe.

Konkret beanstandete das Gericht den Bebauungsplan wegen des Umgangs mit einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude an der Voßstraße. Der Plan sehe die Errichtung einer Brandwand gegenüber dem Gebäude vor, „die nur einen schmalen Hof belässt und damit die Belichtung des Nachbargebäudes erheblich einschränkt“. Dieses Vorhaben weiche von Vorschriften für Abstandsflächen ab. Andere Einwände – etwa gegen die zulässige Bebauungsdichte und die fehlende Begrenzung von Verkaufsflächen – wiesen die Richter jedoch ab.

Auf der rund drei Fußballfelder großen Brache zwischen Bundesrat und Voßstraße soll bis 2013 ein bis zu 36 Meter hoher Gebäudekomplex entstehen, der Raum für knapp 200 Geschäfte sowie 20.000 Quadratmeter Wohnfläche bietet. 2013 soll der Komplex mit überdachter Einkaufsmeile und einem Platz im Zentrum fertig sein. Dagegen hatte eine Immobiliengesellschaft, der Grundstücke an der nördlichen Seite der Voßstraße gehören, Normenkontrollantrag gestellt.