Haftstrafe für U-Bahn-Schläger

Revision gegen Urteil für Torben P. eingelegt

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Knapp drei Jahre für U-Bahn-Schläger

Torben P. wird in Berlin zu zwei Jahren und zehn Monaten Jugendstrafe verurteilt.

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Die Verteidiger des verurteilten Berliner U-Bahn-Schlägers Torben P. wollen ein milderes Urteil für ihren Mandaten erreichen. Die Anwälte haben Revision eingelegt.

Die Verteidiger des U-Bahn-Schlägers Torben P. haben Revision gegen das Urteil des Berliner Landgerichtes eingelegt. Das Gericht hatte den 18-Jährigen am vergangenen Montag wegen versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung zu knapp drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Wie ein Sprecher mitteilte, sei die Revision bereits eingegangen. „Wir stören uns daran, dass das Gericht Tötungsvorsatz angenommen hat“, sagte Verteidiger Alexander Sättele am Wochenende. Er kenne den jungen Mann inzwischen besser und sei sicher, dieser Vorwurf werde ihm nicht gerecht.

Der Schüler hatte im April 2011 auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße einen damals 29-jährigen Mann mit einer Flasche niedergeschlagen. Überwachungskameras zeigten außerdem, wie Torben P. das bereits am Boden liegende Opfer mehrfach gegen den Kopf trat. Der Handwerker wurde bei dem Angriff schwer verletzt, er erlitt ein Schädelhirntrauma. Eine schriftliche Entschuldigung von Torben P. lehnte der Mann ab. In der Urteilsbegründung nannte der Vorsitzende Richter die Tat „besonders roh und brutal“. Der Angeklagte habe den Tod seines Opfers „mit einkalkuliert“.

Verteidiger Sättele sagte, es ginge nicht darum, einen neuen Prozess zu erreichen, sondern eine mildere Strafe. Torben P. ist zunächst auf freiem Fuß, „er kann sich frei bewegen, das Urteil ist ja noch nicht rechtskräftig“, sagte Sättele. Nur wenn der Schüler einen Fluchtversuch unternehme oder gegen seine Meldeauflagen verstoße, käme Torben P. in Untersuchungshaft, sagte Gerichtssprecher Tobias Kaehne.

Die Revision gegen das Urteil des Landgerichts könnte verschiedene Folgen haben: Der Bundesgerichtshof würde das Urteil aufheben, wenn Rechtsfehler festgestellt würden, so Kaehne. Das hätte einen neuen Prozess zur Folge. „Werden nur kleinere Fehler gefunden, etwa bei der Strafzumessung, so muss die neue Kammer nur die Aspekte würdigen, die nötig sind, damit sie sich selbst ein Bild machen kann“, sagte Kaehne weiter.

Die katholische Liebfrauen-Schule in Westend hatte sich bereit erklärt, Torben P. zu unterrichten, nachdem dieser dort angefragt hatte. Nach Angaben des Erzbistums Berlin, dem Schulträger der Liebfrauen-Schule, falle eine endgültige Entscheidung allerdings erst, wenn klar ist, wie das Urteil umgesetzt werde. Das Gymnasium werde ihn aufnehmen, wenn er haftverschont bleibe, sagte der Sprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner.

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