Fahndungserfolg

Berliner nach Autobrandstiftung gefasst

Bei der Jagd nach Autobrandstiftern kann die Berliner Polizei offenbar einen Erfolg verzeichnen. Am frühen Samstagmorgen wurde ein 25-Jähriger im Bezirk Mitte auf frischer Tat ertappt. Er soll den Ermittlern einschlägig bekannt sein.

Bei der Jagd nach Autobrandstiftern kann die Berliner Polizei offenbar einen weiteren Erfolg verzeichnen. Am frühen Samstagmorgen wurde ein Mann im Bezirk Mitte nach Angaben eines Polizeisprechers auf frischer Tat ertappt. Beamte erwischten den Mann gegen 3.50 Uhr an der Ecke Rosenthaler Straße/ Steinstraße beim Zündeln und nahmen ihn fest. Es soll sich bei dem Tatverdächtigen um einen 25-Jährigen handeln, der bereits im November des vergangenen Jahres in Friedrichshain wegen des Verdachts der Brandstiftung gefasst wurde. Doch damals reichte die Beweislage nicht. In Berlin sind in diesem Jahr bei Brandanschlägen fast 600 Autos zerstört oder beschädigt worden.

Ursprünglich waren die Beamten den Angaben zufolge zu einem brennenden Pkw in die Joachimstraße gerufen worden. Dort fiel ihnen der Mann auf, der sich verdächtig verhielt. Sie verfolgten ihn, nach der Brandstiftung an der Steinstraße griffen sie zu. Wenig später wurde auch festgestellt, dass ein Pkw auf der Gormannstraße gebrannt hatte. Durch sie war der Verdächtige ebenfalls gelaufen.

Festgenommener ist der Polizei bekannt

Inwieweit der Festgenommene für die vorangegangenen Taten in Betracht kommt, prüft der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt. Dort wurde der Mann am Samstag vernommen. Er soll bereits 2009 wegen Brandstiftung an einem Fast-Food-Restaurant vor Gericht gestanden haben, wurde aber mangels Beweisen freigesprochen.

Der Staatsschutz ermittelt auch nach Anschlägen auf zwei Fahrzeuge der Deutschen Bahn in der Nacht zu Samstag. In Marzahn konnte ein Passant die Flammen noch rechtzeitig löschen. Zeugen hatten vier hell gekleidete Personen an dem Fahrzeug in der Mehrower Allee bemerkt. Etwa 100 Meter vom Tatort entfernt entdeckten die Polizisten ein brennendes Fahrrad. In Friedrichshain wurde an einem Fahrzeug der Bahn eine Scheibe eingeschlagen.

In Berlin sind in diesem Jahr bei Brandstiftungen über 580 Fahrzeuge beschädigt worden, davon etwa 250 bei politisch motivierten Brandanschlägen. Bei der Fahndung nach den Tätern wird die Berliner Landespolizei seit Wochen von Kollegen der Bundespolizei unterstützt. Der Einsatz der Bundespolizisten kostet die hoch verschuldete Hauptstadt 250.000 Euro pro Woche. Auch in der Nacht zu Samstag waren wieder mehrere Hundert Beamte im Einsatz gegen die Autobrandstifter.

Bislang nur wenige Festnahmen

Trotz des hohen Aufwandes können die Fahnder bislang nur wenige Ermittlungserfolge verbuchen. Anfang September musste ein mutmaßlicher Autobrandstifter wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärten ließ. Ende August wurden in Friedrichshain ein Mann und eine Frau auf frischer Tat gestellt. Bei ihnen soll es sich aber um Trittbrettfahrer handeln. Beide sitzen in Untersuchungshaft.