Stellenabbau

S-Bahn will ihre Aufsicht durch Monitore ersetzen

Der geplante Stellenabbau bei der Berliner S-Bahn stößt auf harsche Kritik. Von den derzeit 460 Mitarbeitern auf den Bahnhöfen sollen in zwei Jahren nur noch 240 übrig bleiben. Hintergrund ist die schon länger geplante Umstellung auf eine modernere Abfertigung der Züge.

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Die Berliner S-Bahn wird ab nächstem Jahr ihr Personal auf den Bahnhöfen verringern. Nach Angaben eines Sprechers sollen künftig nur noch auf 21 der insgesamt 166 Stationen Zugabfertiger eingesetzt werden. Entlassungen werde es aber nicht geben - das Personal soll vielmehr unterwegs sein, und den Fahrgästen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Zugleich werde die S-Bahn eine neue Technik einsetzen, mit der die Fahrer ihre Züge selbst abfertigen können. Diese werde im ersten Halbjahr 2012 getestet und bis Jahresende flächendeckend eingesetzt.

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Die Berliner S-Bahn wird die Zahl ihrer Mitarbeiter auf den Bahnhöfen in den kommenden beiden Jahren von derzeit 460 auf 240 verringern. Der vgeplante weitere Abbau von Aufsichtspersonal auf Bahnhöfen ist auf scharfe Kritik gestoßen. Dies sei ein „vollkommen falsches Signal“ an die Fahrgäste, sagte der CDU-Verkehrsexperte Oliver Friederici am Mittwoch. Die Grünen-Fraktion sprach von einer „sicherheitspolitischen Geisterfahrt“.

Die S-Bahn wies die Kritik zurück. Die Personalpräsenz auf Berliner S-Bahnhöfen sei weiter gewährleistet, sagte ein Sprecher. Ab dem kommenden Jahr sollen die Triebfahrzeugführer mithilfe neuer Technik das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste teils selbst überwachen. Das Sicherheitsniveau im S-Bahn-Netz werde darunter aber nicht leiden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Hintergrund ist die schon länger geplante Umstellung auf eine modernere Abfertigung der Züge, die bis 2013 verwirklicht sein soll: Der Lokführer kontrolliert dabei das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste über einen Monitor, wie schon lange bei der U-Bahn üblich. Dadurch werden an 68 Stationen Mitarbeiter für die Abfertigung entbehrlich, wie die S-Bahn erläuterte.

Künftig sollen noch 120 Mitarbeiter an 20 stark genutzten Bahnhöfen dauerhaft eingesetzt werden, um dort die Kundeninformation über Lautsprecher und elektronische Anzeigen zu steuern. Hinzu kommen 120 Kundenbetreuer, die je nach Bedarf auf die insgesamt 166 Bahnhöfe verteilt werden. In der Region Berlin-Brandenburg würden außerdem wie bisher rund 500 Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn eingesetzt, die auch zur Sicherheit bei der S-Bahn beitrügen, sagte eine Unternehmenssprecher. Die etwa 220 Beschäftigten, die von der Aufsicht abgezogen werden, erhielten neuen Aufgaben bei der S-Bahn.