Autos angezündet

100 Bundespolizisten jagen Berliner Brandstifter

Zum ersten Mal kamen in der Nacht zu Dienstag auch Beamte der Bundespolizei gegen Autobrandstifter in Berlin zum Einsatz. Doch wieder brannten mindestens zwölf Fahrzeuge.

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Auch die Hilfe der Bundespolizei hat nichts genutzt.

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Auch in der achten Nacht in Folge brannten wieder Autos in der Hauptstadt. Mindestens zwölf Autos seien nach bisherigen Erkenntnissen angezündet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Fahrzeuge gingen demzufolge in der Nacht zu Dienstag in den Berliner Ortsteilen Gesundbrunnen, Rudow, Schöneberg und Spandau in Flammen auf.

Die Polizei sei in der Nacht mit rund 260 Beamten und einem Hubschrauber im Einsatz gewesen, um Brandstiftungen zu verhindern oder aufzuklären. Der Staatsschutz ermittelt seit Tagen. Politische Hintergründe werden nicht ausgeschlossen. Zum ersten Mal kamen in der Nacht auch Beamte der Bundespolizei ihren Berliner Kollegen zur Hilfe. Etwa 100 Bundespolizisten waren im Einsatz.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) reagierte indes auf die Kritik aus verschiedenen Lagern, zu lasch vorzugehen: „Wir können nicht die ganze Stadt überwachen. Mehr Polizei auf den Straßen hilft nicht automatisch weiter“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Mann könne nicht überall in Berlin Videokameras anbringen, sagte Wowereit. „Wer jetzt schnelle Lösungen verspricht, will nur billig Wahlkampf machen.“

Berlin nahm aber das Angebot von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) an, sich bei der Aufklärung der Brandstiftungen von der Bundespolizei unterstützen zu lassen. „Wir unterstützen das Land Berlin im Einsatz gegen die Brandstiftungen an Kraftfahrzeugen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Mit zivilen Aufklärungskräften und Hubschraubern der Bundespolizei soll den Berliner Ermittlern geholfen werden.

Am späten Dienstagabend brannte nach Angaben der Berliner Polizei das erste Auto an der Waldowstraße in Reinickendorf. Die Beamten gingen in dem Fall von Brandstiftung aus. Wie in den Nächten zuvor habe der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen, um einen möglichen politischen Hintergrund zu untersuchen.

Gegen 0.30 Uhr standen fünf Autos in Spandau in Flammen, wie die Feuerwehr sagte. Vier Autos traf es am Faucherweg und einen Wagen im Gorgasring. Nähere Angaben dazu machte die Polizei nicht. Die meisten Fahrzeuge waren wieder hochwertig.

Ein Auto traf es gegen 4.30 Uhr in Alt-Rudow in Neukölln. Auch an der Kreuzberger Yorkstraße und in der Schönberger Sterzinger Straße brannte jeweils ein Auto. Die Polizei konnte noch nicht sagen, ob weitere Autos in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Bereits seit der Nacht zum vergangenen Dienstag hören die nächtlichen Anschläge auf Fahrzeuge in Berlin nicht auf. Bislang konnten die Täter unerkannt entkommen.