Nach Bombendrohung

Berliner Polizei überwacht Haus von Frank Henkel

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Gilbert Schomaker und Dominik Ehrentraut
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Bombendrohung gegen Henkel

Frank Henkel will sich von einer Briefsendung mit Drohung und Pyrotechnik nicht abschrecken lassen. Der CDU-Landeschef hatte ein hartes Durchgreifen gegen Brandstifter in Berlin gefordert. Seine Partei will das Thema brennende Autos nun

Video: Reuters
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Zum Schutz des CDU-Spitzenkandidaten Frank Henkel lässt die Berliner Polizei das Wohnhaus des Politikers bewachen. Er hatte am Wochenende erst eine Drohung und dann einen Briefumschlag mit Pyrotechnik erhalten.

Nach der Briefbombendrohung gegen den CDU-Landeschef Frank Henkel wird das Haus des Politikers nun verstärkt überwacht. Stündlich komme ein Polizeiwagen vorbei, sagte Henkel am Montag. Mit dem Landeskriminalamt gab es am Nachmittag ein Gespräch zur Sicherheitslage.

Der CDU-Chef hatte am Sonntagmorgen einen Umschlag mit Schwarzpulver in seinem Briefkasten gefunden. Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes holten den Umschlag ab und untersuchten ihn. Henkel sagte, er lasse sich von solchen Aktionen nicht einschüchtern. „Ich werde auch weiterhin öffentliche Wahlkampfauftritte haben. Es wird keine Abstriche geben. Ich werde auch weiterhin deutlich die Autobrandstiftungen ansprechen“, so Henkel. Versuche, ihn mundtot zu machen, würden nicht gelingen. Insgesamt ist die Berliner CDU nach der Briefbombe alarmiert. Auch in der Fraktion und in der Landesgeschäftsstelle werden Umschläge nun auf verdächtigen Inhalt kontrolliert.

Die Polizei teilte unterdessen am Montag mit, dass die kriminaltechnischen Untersuchungen ergeben hätten, dass das Pulver in dem Umschlag zündfähig gewesen sei. Lebensgefahr habe allerdings zu keiner Zeit bestanden.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) verurteilte die Bedrohung scharf. Drohbriefe oder gar versuchte Körperverletzung hätten mit politischer Auseinandersetzung nichts mehr zu tun und müssten mit Härte verfolgt werden. „Alle Demokraten sind aufgerufen, gemeinsam zu verhindern, dass Gewalt jedweder Art in Berlin Zustimmung findet“, sagte Wowereit. „Berlin lässt sich das liberale und weltoffene Klima in der Stadt von niemandem kaputt machen“, sagte er. Die Grünen im Abgeordnetenhaus, die Fraktionsvorsitzenden Ramona Pop und Volker Ratzmann, erklärten in einem Brief an Henkel: „Wir werden nicht zulassen, dass die Grundlage unserer Demokratie, nämlich der Streit um die richtigen Konzepte für die Lösungen der Probleme in der Stadt, von Kriminellen durch Gewalttaten infrage gestellt wird.“ Der Spitzenkandidat der Linken, Harald Wolf, Landeschef Klaus Lederer und der Fraktionsvorsitzende Udo Wolf verurteilten die Drohung ebenfalls. In einem Brief an Henkel schrieben sie: „Aus unserer Sicht gibt es für Gewalt in politischen Auseinandersetzungen zu keiner Zeit eine Rechtfertigung.“