Kinderwagen angezündet

Kinderwagen-Brandstifter gibt elf Taten zu

Ein Zeitungsbote hat gestanden, mehrere Kinderwagen in Prenzlauer Berg angezündet zu haben. Das Motiv des Mannes ist noch unklar.

Der mutmaßliche Berliner Kinderwagen-Zündler ist geständig. Wie ein Polizeisprecher am Sonnabend mitteilte, hat der 29 Jahre alte Zeitungsbote elf Brandstiftungen aus den vergangenen fünf Wochen eingeräumt.

Im Stadtteil Prenzlauer Berg waren in jüngster Zeit wiederholt Kinderwagen angesteckt worden, die in den Treppenhäusern und Fluren von Wohnhäusern abgestellt waren.

Am frühen Freitagmorgen wurde schließlich der 29-jährige Mann aus Neukölln festgenommen. Zivilfahnder hatten ihn observiert und schließlich zugeschlagen, als es in einem Haus in der Winsstraße brannte. Gegen den Mann soll im Laufe des Sonnabends Haftbefehl erlassen werden. Die Polizei untersucht, ob er noch weitere Brandstiftungen in der Gegend verübt hat.

Wie genau die Polizei dem Mann auf die Spur kam, wurde nicht verraten. Es habe „Erkenntnisse“ gegeben, durch die der Mann verdächtigt wurde, sagte ein Sprecher. Unklar sind auch die Motive des mutmaßlichen Täters. Bei ihm beschlagnahmten die Fahnder ein Einwegfeuerzeug.

Spekuliert wurde in der vergangenen Zeit, ob die Brandstiftungen sich gezielt gegen Zugezogene und junge, wohlhabende Familien gerichtet hätten. Bei anderen Brandserien in Hausfluren und Kellern in Mietshäusern in Marzahn und Neukölln deutet das Vorgehen eher auf Pyromanen hin.

Angesichts der Serie von Brandanschlägen und angezündeten Kinderwagen in Prenzlauer Berg hatte die Polizei schon im Juli die Bewohner zur Wachsamkeit aufgerufen. Sie hängte Warnhinweise mit dem Appell „Schützen Sie sich und Ihre Nachbarn“ an viele Haustüren und in Eingänge.

Auf den Hinweisblättern beschrieben die Ermittler auch das Vorgehen. Der Täter betrete in den frühen Morgenstunden unverschlossene Häuser, zünde Werbeprospekte an und lege diese in mit Stoffen bezogene Kinderwagen. „Innerhalb weniger Sekunden stehen die Wagen vollständig in Flammen.“ Die Polizei forderte die Menschen auf, Haustüren abzuschließen, keine Kinderwagen und Prospekte in den Fluren stehen und liegen zu lassen und die Umgebung morgens aufmerksam zu beobachten.