Berliner Mieten

Drei Fragen an Klaus-Peter von Lüdeke (FDP)

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1. Wie wollen Sie dazu beitragen, dass mehr Wohnungen gebaut werden?

Nur durch den Neubau von Wohnungen können eine Verknappung von Wohnraum und damit verbundene Preissteigerungen vermieden werden. Deshalb bedarf es weiterer Flächenausweisungen für Wohnprojekte. Ebenso wollen wir landeseigene Grundstücke dafür nutzen, preiswerten Wohnungsbau zu ermöglichen. Diese sollen in einem Festpreisverfahren mit einem Wettbewerb um architektonische Qualität und nicht einfach zum höchsten Preis verkauft werden. Zusätzlich sollen die Vergaben landeseigener Grundstücke kleinteiliger werden, denn dies ermöglicht auch privaten Personen Wohneigentum neu zu errichten. Das gilt insbesondere für genossenschaftliches Bauen und Baugruppen. Auf der anderen Seite muss die Entwicklung eines prosperierenden Wohnungsmarktes zugelassen werden. Investitionen in Neubau und Sanierung müssen refinanzierbar sein: Die Kaltmiete wird also nicht unter neun Euro pro Quadratmeter liegen.

2. Wie wollen Sie die einkommensschwachen Haushalte mit Wohnraum versorgen?

Für Mieter mit niedrigem Einkommen setzen wir auf eine Subjektförderung durch Wohngeld. Die direkte Förderung von Bauobjekten durch öffentliche Mittel lehnen wir ab, da dabei nur ein Teil der eingesetzten Mittel tatsächlich zu Mietsenkungen führt und zu viele Mittel im System versickern. Auch der Neubau von Eigentumswohnungen entlastet den Mietermarkt, da durch den Umzug in Eigentumswohnungen Mietwohnungen frei werden. Gleichzeitig sichert Wohneigentum langfristig stabile Wohnkosten. Deshalb ist unser Ziel, die Eigentumsquote zu erhöhen.

3. Die soziale Entmischung in den Kiezen schreitet aufgrund steigender Mieten voran. Wie wollen Sie gegensteuern?

Ein Teil dieser Entwicklung ist sicherlich normales Marktgeschehen. Wir wollen aber keine monofunktionalen Quartiere für einseitige Nutzungsinteressen. Berlin solle eine Stadt mit attraktiven, vielfältigen, aber auch sehr unterschiedlichen Quartieren bleiben. Daher ist es Aufgabe der Stadtentwicklung, hier Konzepte zu entwickeln, die auch unterschiedliche Wohnungsangebote in den verschiedenen Quartieren zulassen. Hierzu müssen die bestehenden Flächenreserven aktiviert und neu beplant werden. Wir begrüßen ausdrücklich die Revitalisierung und Aufwertung von Stadtteilen. Nur durch private Investitionen kann langfristig ein ausgewogenes und vielfältiges Wohnraumangebot in den unterschiedlichen Stadtteilen gewährleistet werden.

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