Autobrandstifter

Gewerkschaft setzt auf Hilfe von Bundespolizei

Bisher hat die Berliner Polizei im Kampf gegen die Autobrandstifter kaum Fahndungserfolge. Nach dem Willen der Polizeigewerkschaft sollen künftig Kollegen aus anderen Bundesländern und die Bundespolizei die Beamten unterstützen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, im Kampf gegen Autobrandstifter die Bundespolizei und Beamte aus anderen Bundesländern in der Hauptstadt Berlin einzusetzen.

GdP-Chef Michael Purper sagte, die Beamten „müssten mindestens sechs Monate“ die Berliner Kollegen unterstützen. Hintergrund sei, dass der Berliner Senat in vergangenen zehn Jahren rund 4000 Polizisten eingespart habe, „so dass heute nur noch rund 15.000 voll einsetzbare Beamte für Gesamt-Berlin zur Verfügung stehen“. 1990 seien es allein in West-Berlin 22.000 gewesen.

Der Gewerkschafter fordert zudem, zum alten Arbeitszeitmodell zurückzukehren, „weil die Kollegen rund um die Uhr sofort verstärkt werden können. Mit den neuen Arbeitszeitmodellen wurde die Polizeidichte in Berlin besonders zur Nachtzeit deutlich heruntergefahren.“

Als weitere Maßnahme schlägt Purper einen neuen Dienstzweig „Polizeivollzugsangestellte“ vor. Dessen Angehörige könnten dann flexibel im Verkehrsdienst sowie im kriminalpolizeilichen Ermittlungsdienst eingesetzt werden. Das würde mittelfristig wirken, so der Gewerkschafter.

Nach Auffassung der GdP sollten außerdem zusätzliche Polizeiabschnitte und zwei weitere Einsatzhundertschaften aufgebaut werden. So „könnte sich die Polizei die Fläche zurückerobern, die sie durch Abschnittsschließungen und dem Personalabbau bei der Bereitschaftspolizei verloren hat“, sagt er der Berliner Morgenpost. Mit Blick auf die Berlin-Wahl am 18. September müsse „sofort im Wahlkampf eine politische Diskussion über die Ächtung von Gewalt begonnen werden“, so GdP-Chef Purper.