Zu wenig Zeugenaussagen

Verfahren um bedrohte Anwältin wird ausgesetzt

Das Verfahren gegen einen 36-jährigen Mann wegen Bedrohung einer Rechtsanwältin ist am Mittwoch unerwartet ausgesetzt worden. Das Landgericht Berlin begründete die Entscheidung damit, dass weitere Zeugenvernehmungen erforderlich seien.

Ein wegen Beleidigung und Bedrohung seiner früheren Verteidigerin angeklagter Mann hat am Mittwoch vor dem Landgericht Berlin die Tat gestanden. Außerdem entschuldigte sich der 36-Jährige zum Prozessauftakt bei der Juristin. So hatte der Bauhelfer der Frau von Januar vergangenen Jahres an unter anderem damit gedroht, ihr den Kopf abzuschneiden, wie aus der Anklage hervorgeht. Immer wieder belästigte der Mann, der damals wegen eines anderen Delikts im Gefängnis saß, sein Opfer mit Anrufen und Briefen. Die Drohserie hatte begonnen, nachdem der 36-Jährige das Mandat gekündigt hatte.

Das Verfahren wurde nach dem Geständnis des Angeklagten ausgesetzt. Es sollen Zeugen vernommen werden, die am Mittwoch nicht verfügbar waren. Ein Fortsetzungstermin wurde noch nicht festgelegt.

Der mehrfach vorbestrafte Mann hatte die Anwältin unter anderem bezichtigt, sie arbeite mit einem Staatsanwalt gegen ihn. Sein Ziel war seinen Angaben zufolge, ein Honorar von 1000 Euro zurückzubekommen. Er habe das Geld verlangt, weil die Anwältin die Vermittlung seiner Abschiebung nicht durchgesetzt habe. Die Frau hatte die Rückzahlung aber abgelehnt, weil sie das Geld für die Verteidigung bei Gericht verbucht hatte. Daraufhin bedrohte der Mann die Rechtsanwältin.