Brennende Autos

Brandstifter - Belohnung für Hinweise ausgelobt

Angesichts der Serie von Brandanschlägen auf Autos in Berlin hat die Polizei eine Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt. Jeweils bis zu mehrere Tausend Euro werden für Informationen zur Ergreifung von Tätern gezahlt.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

In der Nacht zu Mittwoch sind in Berlin-Charlottenburg elf Autos in Brand gesetzt worden. Von den Tätern gibt es keine Spur.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Nach der neuen Brandserie in Westend und Charlottenburg lobt die Berliner Polizei eine Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt. Jeweils bis zu 5000 Euro werden ausgezahlt, wenn Polizei oder Staatsanwaltschaft Informationen erhalten, die zur Ergreifung von Tätern der Brandstiftungen vom 11. August und aus der Nacht zu Dienstag führen. Das sagte Polizeisprecher Frank Millert am Dienstagabend. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Binnen einer Stunde hatten in der Nacht zu Dienstag in Westend und Charlottenburg erneut elf Autos in Flammen gestanden, sieben weitere sowie ein Motorroller und ein Fahrrad wurden in Mitleidenschaft gezogen. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) ließ sich in der Innenverwaltung am Dienstag über die Maßnahmen der Polizei unterrichten. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf. „Einzeltäter können nicht allein durch die Polizei gestellt werden, dazu ist auch die Aufmerksamkeit der Bürger nötig, um die Beamten zur richtigen Zeit an die richtige Stelle zu rufen“, sagte Körting Morgenpost Online. „Dennoch werden wir die nächtlichen Streifen verstärken.“

Bereits am Wochenende hatte Körting von einer „besonderen Feigheit der Linksextremisten“ gesprochen, die sich auch bei Angriffen auf Wohngebäude und Polizeiabschnitte zeige. Während sich der Politiker dennoch sicher ist, die Täter „zu kriegen“, zeigt sich der Chef der Berliner CDU, Frank Henkel, skeptisch. „Ich frage mich, wie lange Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Innensenator diesen dramatischen Sittenverfall noch hinnehmen wollen.“ Der Vandalismus habe unerträgliche Ausmaße angenommen und habe sich zu einem Flächenbrand entwickelt. Seine Forderung nach einer Sonderkommission werde seit Jahren blockiert.

Der erste Brand war am Dienstag kurz nach Mitternacht gemeldet worden. An der Gotha-Allee standen ein BMW und ein Audi in Flammen, bei beiden Fahrzeugen brannte der Motorraum aus. Ein daneben geparkter Audi und ein Skoda wurden am Heck beschädigt. Nur wenige Minuten später brannten an der Reußallee ein BMW und ein Mercedes. Ein Smart fing ebenfalls Feuer und brannte vollständig aus. Zwei weitere Wagen wurden durch die Hitzestrahlung beschädigt. Gegen 0.15 Uhr musste die Feuerwehr einen Mercedes an der Altenburger Allee löschen. Mit ihm wurden der Roller und das Fahrrad beschädigt. In der Eichenallee wurde etwa zur gleichen Zeit ein BMW durch einen Brand im Bereich des Radkastens zerstört. Zwei BMW sowie ein Mercedes wurden gegen 0.30 Uhr an der Lindenallee angezündet und im Frontbereich zum Teil komplett zerstört. Hierbei wurde ein Mitsubishi in Mitleidenschaft gezogen. Bei einem mit Gas betriebenen Volkswagen kam es ob der Erwärmung zur Explosion der Gasflaschen, was zu einem Totalschaden führte. Am Witzlebenplatz wurde gegen ein Uhr ein Audi stark am Motor beschädigt, das Heck eines daneben stehenden Saab geriet in Mitleidenschaft. Angestellte eines Wachschutzunternehmens löschten schließlich 15 Minuten später die Flammen an einem an der Fasanenstraße nahe dem Kurfürstendamm abgestellten Mercedes.

Nach Angaben von Polizeisprecher Frank Millert sieht seine Behörde die Brandstiftungen der vergangenen Tage mit Sorge. „Angesichts des mehrere Tausend Kilometer umfassenden Straßennetzes und der mehr als 1,2 Millionen zugelassenen Kraftfahrzeuge gibt es jedoch nahezu unbegrenzte Tatgelegenheiten. Diese Umstände erschweren eine wirksame Bekämpfung der Brandstiftungen an Pkw.“ In Ermittlerkreisen ist man seit geraumer Zeit sicher, dass die mittlerweile stadtweit agierenden Tätergruppen nicht miteinander koordiniert vorgehen. „Wir haben es mit politisch unmotivierten Nachahmungstätern zu tun“, so ein Kriminalbeamter. Nur eine Festnahme mit anschließender harter Verurteilung könnte abschrecken.