Miete zu hoch

Bei Hugendubel droht neue Entlassungswelle

Die Umsätze im Buchhandel gehen zurück, Hugendubel will deshalb ins Online-Geschäft investieren. Das geht zu Lasten der Belegschaft. Am Berliner Tauentzien wird die Filiale geschlossen, mehrere Dutzend Mitarbeiter müssen gehen.

Beim Buchhandelsunternehmen Hugendubel droht möglicherweise eine neue Entlassungswelle. Die Gewerkschaft Ver.di geht davon aus, dass wegen stark rückläufiger Umsätze erneut in Berlin-Brandenburg Personal abgebaut werden soll. Bereits 2009 hatte Hugendubel den Angaben zufolge in Berlin und Potsdam 66 von rund 240 Beschäftigten entlassen.

Geplant ist laut Gewerkschaft, die Filiale am Tauentzien mit Auslaufen des Mietvertrags zum März 2012 zu schließen und die 32 Mitarbeiter zu kündigen. „Leider hat Hugendubel nicht versucht, mit neuen Konzepten für den stationären Buchhandelsbereich neue Kunden zu gewinnen“, sagte die zuständige Ver.di-Gewerkschaftssekretärin Janet Dumann am Montag.

Stattdessen investiere das Unternehmen in den Online-Bereich. „Das geht zulasten der Filialen in unserer Region, Hugendubel dreht heute, anderthalb Jahre nach der ersten Entlassungswelle erneut an der Personalschraube“, kritisierte Dumann.

Die Ver.di-Tarifkommission für Hugendubel hatte den Arbeitgeber nach Angaben der Gewerkschaft bereits im März 2010 aufgefordert, einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Die Geschäftsführung erkenne nach eigenen Worten jedoch keine „dringliche Notwendigkeit im Hinblick auf drohende Filialschließungen“.

Der geforderte Sozialtarifvertrag solle im Vergleich zum Sozialplan neben wichtigen Punkten wie Versetzungsregelungen und höhere Abfindungen vor allem eine längere Laufzeit enthalten, sagte der Sprecher. Dies sei wichtig, weil eine Trendwende im stationären Buchhandel nicht zu erkennen sei und es keine Garantie für die Beschäftigten gebe, „dass nicht mit Auslaufen des nächsten Mietvertrages einer Filiale die dritte Entlassungswelle über sie hereinbricht“.