Tarifkonflikt

Bei der BVG wird vorerst nicht gestreikt

Die Tarifgespräche über einen neuen Manteltarifvertrag bei den Berliner Verkehrsbetrieben sind nach stundenlangen Verhandlungen vertagt worden. Ein Streik bei der BVG ist damit erst einmal abgewendet.

Nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) können sich Fahrgäste am Dienstag auf einen normalen Betrieb einstellen. Es wird nicht gestreikt, sagte eine Unternehmenssprecherin am Montagabend in Berlin nach Gesprächen zwischen dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) und der Gewerkschaft Ver.di. Letztere hatte am Freitag mit Arbeitsniederlegungen ab Dienstag gedroht, sollten die Verhandlungen am Montag zu keinem Ergebnis führen. Die Gewerkschaft fordert eine Entlastung des BVG-Personals.

Die Tarifverhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag für die 12.000 Beschäftigten der BVG waren nach elfstündigen Gesprächen in der Nacht zum Dienstag vertagt worden. Die Verhandlungen sollen am Donnerstag fortgesetzt werden, teilte Ver.di am frühen Dienstagmorgen in Berlin mit.Die Gewerkschaft will bessere Bedingungen vor allem für die Fahrer der Berliner Verkehrsbetriebe und ihrer Tochter Berlin Transport erreichen. Der Kommunale Arbeitgeberverband betonte am Montagabend, sich bislang kompromissbereit gezeigt und immer wieder verbesserte Angebote vorgelegt zu haben.

"Es gibt Bewegung, auch wenn ein Ende noch nicht in Sicht ist“, sagte Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann in einer Verhandlungspause am Montagabend. Ver.di und der Kommunale Arbeitgeberverband haben Stillschweigen vereinbart und wollen sich während der laufenden Verhandlungen nicht zu inhaltlichen Details äußern.

Der Gewerkschaft geht es um Ruhezeiten und Pausen sowie um eine Begrenzung von Überstunden. Zudem strebt Ver.di eine Beschäftigungssicherung für alle Mitarbeiter der BVG im Fall von gesundheitlichen Einschränkungen oder Berufsunfähigkeit an. Den bisherigen Manteltarifvertrag hatte die Gewerkschaft zum 30. Juni 2011 gekündigt.

Um Löhne und Gehälter geht es in dem aktuellen Streit nicht. Seit Mai erhalten die BVG-Beschäftigten 1,2 Prozent mehr Geld. Das sah der im Februar 2010 ausgehandelte Gehaltstarifvertrag vor.

Aus Arbeitgebersicht waren die Verhandlungen zuletzt auf dem Weg der Annäherung. „Die Nahverkehrsarbeitgeber haben ein großes Interesse daran, dass ihre Arbeitnehmer lange und gesund im Betrieb verbleiben“, hatte Claudia Pfeiffer, Geschäftsführerin und Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Berlin gesagt.

Die landeseigene BVG betreibt die Busse, Trams und U-Bahnen in Berlin. Die S-Bahn ist ein eigenes Unternehmen, das zur Deutschen Bahn gehört.