Krawalle

Buschkowsky sieht London als Warnung für Berlin

Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky hält in Berlin Krawalle wie in England zurzeit für äußerst unwahrscheinlich. Allerdings seien die Ereignisse dort eine Mahnung, eine Verelendung ganzer Viertel hierzulande nicht zuzulassen.

Foto: Sven Lambert

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, glaubt nicht, dass es in den Berliner Problemvierteln oder anderswo in Deutschland zu Aufständen wie in England kommen könnte. „Möglich ja, wahrscheinlich nein“, sagte Buschkowky Morgenpost Online.

Unruhen könnten zwar grundsätzlich überall vorkommen. „Aber es braucht als Nährboden dafür eine explosive Grundstimmung, und die ist in Berlin bei Weitem nicht so stark wie in einigen Vierteln englischer Städte.“ Dort gebe es regelrechte Elendsviertel, die Menschen hätten das Gefühl, gesellschaftlich ausgegrenzt zu sein. „Das lädt sich mehr und mehr auf, und bei einem Anlass geht die Selter hoch und es findet eine Eruption statt“, sagte Neuöllns Bezirksbügermeister, der sich bundesweit als Mahner für eine realistische Integrationspolitik einen Namen gemacht hat.

Die soziale Ausgrenzung sei in London sehr viel fortgeschrittener als in Berlin, sagte Buschkowsky, der die britische Hauptstadt aus vielen besuchen in dem Neuköllner Partnerbezirk Hammersmith & Fulham kennt. Die Sicherheitslage dort sei viel schlechter als in Berlin. „Dort gibt es wirkliche No-Go-Areas“, sagte der Sozialdemokrat.

Die Ereignisse in England sollten jedoch auch eine Mahnung für Deutschland sein. „Wenn man auch hier ganze Stadtteile sich so entwickeln lässt, kann es auch hier zu solchen Aufständen kommen“.