Zwei Tote in Wedding

Mutmaßlicher Doppelmörder erhält Haftbefehl

Der 25-jährige Mehmet Y., der in Berlin-Wedding die Mutter und die Schwester seiner Ex-Frau erschossen haben soll, kommt in Untersuchungshaft. Bei einer Polizei-Vernehmung hat er die Schüsse eingeräumt.

Foto: Steffen Pletl

Vier Tage nach den tödlichen Schüssen auf zwei Frauen in Berlin-Wedding ist gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl erlassen worden. Dem 25-jährigen Mehmet Y. werden zweifacher Mord und Mordversuch in drei Fällen zur Last gelegt, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft. Der Mann komme nun in Untersuchungshaft.

Zweifacher Mord und dreifacher Mordversuch - „das Strafmaß dafür beträgt bis zu lebenslanger Haft“, sagte die Sprecherin. Der Mann habe die Schüsse bei einer Polizei-Vernehmung auch eingeräumt. Zum Motiv habe er allerdings nur unklare Angaben gemacht - deshalb gingen die Ermittlungen weiter.

Waffe im Gebüsch

Ein Spezialeinsatzkommando hatte in der Nacht zu Montag den mutmaßlichen Todesschützen festgenommen, nachdem er aus einem Taxi ausgestiegen und gerade auf dem Weg in den U-Bahnhof war. Er sei unbewaffnet gewesen und habe keinen Widerstand geleistet, berichtete die Polizei. Unmittelbar danach habe er die Ermittler zu dem in der Nähe des Tatorts in der Kolberger Straße in Stadtteil Gesundbrunnen liegenden Versteck geführt. Nach den Schüssen habe er die Waffe im Gebüsch verborgen. Eine Analyse soll nun zeigen, ob es sich um die Tatwaffe handelt. Die Polizei suchte europaweit mit Fahndungsfotos nach dem 25-Jährigen.

Versteck in Britzer Krankenhausruine

In den vergangenen Tagen hatte er sich in einem leeren Haus in Berlin-Britz versteckt. Die Polizei bestätigte, dass es sich um ein verlassenes Krankenhaus gehandelt habe. Der 25-Jährige soll sich dort zum Schlafen aufgehalten haben.

Wie die Fahnder dem Mann auf die Spur kamen, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Es habe mehr als 40 Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. Durch die Veröffentlichung eines neueren Fahndungsfotos am Wochenende war der Druck auf den Gesuchten noch einmal erhöht worden.

Der Mann soll am vergangenen Donnerstag einem Auto aufgelauert haben, in dem seine Ex-Frau saß. Er schoss auf das Fahrzeug und tötete die 45 Jahre alte Mutter und eine 22-jährige Schwester der Frau. In dem Kugelhagel wurde auch ein 27 Jahre alter Bruder schwer verletzt. Danach flüchtete der Täter zu Fuß. Nach vorläufigen Erkenntnissen soll Rache für die Trennung das Motiv gewesen sein. Die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters sowie ein gleichaltriger Mann in dem Wagen wurden nicht verletzt.