Berlin-Lichtenberg

Zweites Opfer der Jugendbande schildert Angriff

Nachdem eine Berliner Jugendbande einen 30-Jährigen ins Koma geprügelt hatte, attackierte sie seinen Freund. Dieser hat nun von dem Angriff erzählt.

Foto: dpa

Der Zustand des von Jugendlichen auf dem Berliner U-Bahnhof Lichtenberg zusammengeschlagenen Malergesellen ist nach wie vor kritisch. Der 30 Jahre alte Mann liegt weiter im künstlichen Koma. Sein gleichaltriger Kollege hat nun gegenüber der "Bild"-Zeitung erstmals von dem brutalen Überfall berichtet.

Sein Kollege und er hätten ein Billard-Café besucht und wollten auf dem Nachhauseweg in der U-Bahnstation umsteigen. Dort sei es zum Streit mit den vier Jugendlichen ausländischer Herkunft gekommen, sagte der Mann der "Bild"-Zeitung. Warum, wisse er nicht mehr. Sein Kollege und er hätten aber keine rechten Parolen von sich gelassen. "Ich bin kein Rechter. Dass wir 'Sieg Heil' gerufen haben sollen, ist völliger Blödsinn."

"Eh, da ist ja der Penner"

Weiter sagte der 30-Jährige, er sei die Treppe im U-Bahnhof heruntergerannt, sein Freund sei "zehn Sekunden" hinter ihm gewesen. Er sei weggerannt und habe sich auf der Straße versteckt.

Dort hätten ihn die Jugendlichen aber wiedergefunden. "Eh, da ist ja der Penner", hätten sie gerufen. Einer von ihnen habe ihm ins Gesicht geschlagen. Als er am Boden gelegen habe, hätten sie ihm gegen den Kopf und in die Seite getreten.

Dann sei ihm ein Zeuge zu Hilfe gekommen. "Plötzlich kam da ein Riese und brüllte, 'Hey, lasst den in Ruhe.'" Der Mann habe den Jugendlichen eine Rocker-Jacke und eine Machete gezeigt, worauf sie geflüchtet seien.

Er habe noch versucht, seinen Kollegen anzurufen, aber das Handy sei ausgeschaltet gewesen, so der Mann. Als er später das Video von dem Angriff auf seinen Freund gesehen habe, habe er eine Gänsehaut bekommen.