9000 Arbeitsplätzen nicht besetzt

Brandenburg gehen die Fachkräfte aus

Weil es an Fachkräften in Brandenburg mangelt, bleibt jede fünfte Stelle unbesetzt. Damit sind 9000 Arbeitsplätze noch zu vergeben - ein neuer Höchstwert und erst die Spitze des Eisberges.

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Der Fachkräftemangel in Brandenburg nimmt weiter zu. Jede fünfte Stelle bleibt inzwischen nach Angaben des Arbeitsministeriums unbesetzt - was 9000 Arbeitsplätzen entspricht und damit ein neuer Höchstwert ist. „Und das ist erst der Anfang“, sagte Minister Günter Baaske (SPD) am Dienstag in Potsdam. Vor allem kleine Betriebe mit maximal vier Beschäftigten sind von dem Problem betroffen: Laut Ministerium liegt die Nichtbesetzungsquote dort bei 36 Prozent, bei Betrieben ab 250 Beschäftigten beträgt sie 8 Prozent.

Baaske erwartet eine weitere Verschlechterung der Situation mit Blick auf die Ergebnisse einer Panelstudie. Für diese werden seit 15 Jahren 969 Brandenburger Betriebe jährlich zu ihrer wirtschaftlichen Situation und Beschäftigung befragt.

Besonders Personal mit Hoch- oder Fachhochschulabschluss ist Mangelware. Knackpunkt bleibt an dieser Stelle das Lohnniveau im Land. „In Brandenburg liegt die Lohnhöhe mit durchschnittlich 1880 Euro Brutto bei nur 80 Prozent der Gehälter in den alten Bundesländern“, beschrieb Jürgen Wahse vom Institut für sozialökonomische Strukturanalysen das Problem. „Deshalb wandern die Leute ab, anstatt zu uns zu kommen.“ Baaske forderte erneut einen bundesweiten Mindestlohn. Tarifverträge reichten nicht aus, um regionale Unterschiede branchenübergreifend auszugleichen.

Auch wenn die Zahl der Beschäftigten 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 33.000 auf 909.000 anstieg, zeigte sich der Arbeitsminister besorgt. Sogenannte atypische Beschäftigungsverhältnisse wie etwa Leiharbeit oder Minijobs stellen inzwischen ein Drittel der Beschäftigung dar. „Das sind nicht die Arbeitsverhältnisse, die man sich als zuständiger Minister wünscht“, kommentierte Baaske er die Zahlen.