Ostbahnhof

Brennende Lok - Bahn fährt wieder planmäßig

Nach dem Brand einer Lokomotive im Ostbahnhof fährt die S-Bahn am Mittwochmorgen auf der Ost-West-Trasse wieder planmäßig. Am Dienstag hatte der Vorfall den Berliner Feierabendverkehr vorübergehend lahmgelegt.

Gute Nachricht für Pendler und Reisende: Nach dem Brand einer Lok im Berliner Ostbahnhof soll dieser ab Mittwochmorgen wieder für alle Züge freigegeben werden. „Wir gehen davon aus, dass mit Betriebsbeginn die Züge in Berlin wieder planmäßig fahren“, sagte ein Bahnsprecher am späten Dienstagabend . Die brennende Lok eines Regionalzuges RE1 von Frankfurt/Oder nach Brandenburg hatte am Dienstagnachmittag den Berliner Feierabendverkehr vorübergehend lahmgelegt. Der Brand ereignete sich im Ostbahnhof in Friedrichshain, einem wichtigen Knoten im Regional- und Fernverkehr auf der Ost-West-Trasse. Die Bahnsteige wurden von der Bundespolizei komplett geräumt, der Bahnverkehr blieb fast zwei Stunden lang unterbrochen.

Während die S-Bahn überhaupt nicht fahren konnte, wurden die Fern- und Regionalzüge teilweise umgeleitet. Tausende Reisende waren davon betroffen.

Der Ostbahnhof wurde für rund eineinhalb Stunden gesperrt. Das Triebfahrzeug am hinteren Teil einer Bahn stand in Flammen. Kurz vor

16 Uhr hatten Polizisten auf den Bildern der Überwachungskameras das Feuer in der elektronischen Lok bemerkt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Einsatzkräfte räumten den Zug und den kompletten Gleisbereich des Bahnhofes.

Die Sperrung betraf Fernzüge, aber vor allem die Ost-West-Trasse des Berliner Nahverkehrs und damit mehrere tausend Berliner auf dem Weg aus dem Zentrum in den Feierabend. Die ausgebrannte Lok wurde abgeschleppt, die Ursache für den Brand war noch unklar .

Oberleitung verkohlt

Zur Brandursache und zur Schadenshöhe konnte der Bahnsprecher zunächst keine Angaben machen. Denkbar ist etwa ein Kurzschluss in der Elektrik. Spezialisten des Eisenbahn-Bundesamtes sind mit einer entsprechenden Untersuchung beauftragt, bestätigte Heike Schmidt, Sprecherin der Aufsichtsbehörde.

Die E-Lok 114-009 ist komplett ausgebrannt, ein Waggon wurde ebenfalls durch den Brand schwer beschädigt. Die Oberleitung über Gleis 7 des Ostbahnhofs war so verkohlt, dass eine schnelle Reparatur zunächst nicht möglich war. Die Unglückslok gehört zur Baureihe 114, mit der sehr viele Züge im Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg bespannt sind. Sie wurde von 1990 vom 1994 im Lokomotivwerk Hennigsdorf gebaut, das heute dem Schienenfahrzeughersteller Bombardier gehört. „Die Lokomotive ist sehr robust und zuverlässig. Ein ähnlicher Vorfall mit diesem Typ ist mir nicht bekannt“, sagte der Bahnsprecher.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Diesellok eines Regionalexpress im Hamburger Hauptbahnhof Feuer gefangen. Ursache war nach ersten Erkenntnissen ausgelaufenes Öl, das sich entzündet hatte. Bereits vor einem Monat hatte ein Brand an einer Lok einen mit 500 Fahrgästen besetzten Intercity von Hamburg nach Sylt gestoppt. In Berlin liegt der letzte Fall länger zurück. 2009 brannte ein ICE-Triebwagen im Bahnhof Spandau. Ursache war da ein Kurzschluss. Menschen kamen in allen Fällen nicht zu Schaden.